224 Das Neueste aus dem Reiche des Witzes.
richtet ist. (°) Schreiben über die Tauben und Stummen, zumGebrauch derer, welche hören und reden- Wer sich an dasSchreiben über die Blinden erinnert, welches vor einiger Zeit heraus-kam, der wird ohne Zweifel gleich bey dein Tittcl vermuthen, daßHerr Diderot gleichfalls der Verfasser davon sey. Was er jctzo ver-muthet, wird er gewiß wissen so bald er das Werk selbst gelesen hat.Die Aufschrift scheinet nichts weniger zu versprechen als eine Abhand-lung von den Versetzungen in den Sprachen. Gleichwohl ist diesesder vornehmste Inhalt. Wir sagen mit Fleiß, der vornehmste; dennwem ist die Gewohnheit des Herrn Diderot unbekannt? Er schweiftüberall aus, er springt von einem auf das andre, und das letzte Worteiner Periode ist ihm ein hinlänglicher Ucbcrgang. Der Name einesSendschreibens ist vielleicht eine kleine Entschuldigung dieser Ungcbnn-denhcit. Die beste Entschuldigung aber ist, daß alle seine Ausschwei-fungen voller neuen lind schönen Gedanken sind. Wann uns dochalle unordentliche Schriftsteller auf diese Art schadlos halten wollten.Die Art wie er die Versetzungen, gegen den Herrn Batteux unter-sucht, ist diese. Er glaubt, die Natur der Versetzungen zu erkennen,müsse man untersuchen, wie die oratorische Sprache entstanden sey.Er schließt aus dieser Untersuchung, erstlich/ daß die französischeSprache voller Versetzungen sey, wenn man sie mit der thierischenSprache und mit dem ersten Zustande der oratorischen Sprache verglei-chet, in welchem sie ohne alle Regeln der Zusammcnfügiing gewesenist; zroeytens, daß, wann sie fast keine von den Versetzungen habe,die in den alten Sprachen so gewöhnlich sind, mau es der neuen pe-ripatetischen Wcltweishcit zu danken habe, welche die Abstracta rcali-sirt, und ihnen in der Rede den vornehmsten Platz eingeräumet hat.Hiervon glaubt er könne man sich, auch ohne bis auf den Ursprungder oratorischen Sprache hinauf zu steigen, bloß durch die Betrachtungder Sprache der Eestus überzeugen. Diese Sprache zu erkennen,schlägt er zwey Mittel vor; die Erfahrungen ncmlich, die man miteinem sich stellenden Stummen machen kan, und der beständige Um-gang mit einem taub und stumm Eebohrnen. Der Bcgrif eines
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in iZmo auf 200 und etlichen 40 Seiten.