Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
226
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22t> DaS Neuestc aus dcm Rcichc des Witzes.

scyn, in dic ich mich einlassen könnte. Ich muß ihnen aber auchnicht dic neue Verwunderung verhehlen, in welche alle um michherum fiele», als sie sahen, daß ich bey den pathetischen StellenThränen vergoß, und mir gleichwohl dic Ohren immer zuhielt. Nun-mehr konnte man sich nicht länger halten, und dic am wenigstenNeugierigen wagten sich mit ihren Fragen an mich, worauf ich aberganz kaitsinnig antwortete: jeder höre nach seiner Art/ undmeine Art wäre, mir die Ohren zuzuhalten, um desto besserzu hören- Ich lachte hcy mir selbst ühcr dic Reden, welche meinevielleicht nur scheinende, vielleicht würllichc Narrhcit, verursachte;noch mehr aber lachte ich über die Einfalt vcrschicdncr junger Leute,welche sich gleichfalls nach meiner Art dic Ohrcn mit dcn Fingcrnzuhieltcn, und ganz erstaunten, daß cS ihnen nicht gelingen wolltc.Sie uiögcn von meiner Gewohnheit deuten, was sie wollen, so bitteich sie zu überlegen, daß, wenn man, von der Aussprache richtig zuurtheilen, dic Rede hören muß, ohne dcn Schanspiclcr zu schcn,cS ganz natürlich ist zu glauben, daß man, von dcn Bewegungenund Stellungen richtig zu urtheilen, dcn Schanspiclcr schcn müsst,ohnc ihn zu hören. Der Schriftsteller, wclchcr sich durch scincn hin-wenden Teufel, durch seine» Gilblas von Santillana, und vcrschicdnctheatralische Stücke bekannt gemacht hat, Herr le Sage war inseinem Alter so tanb geworden, daß man ihm mit aller Gewalt indie Ohren schreyen mußte, wcnn man von ihm wollte verstanden seyn.Gleichwohl wohnte er alle» Vorstellungen seiner Stücke bey; er vcr-lohr kein Wort davon, und sagte so gar, daß er niemals, sowohl vondcm Spiclc als von den Stücke» selbst, besser gcurtheilet habe, alsseitdem er die Schauspieler nicht mehr hören könne. - - Hieraufkommt der Verfasser auf den Nachdruck der Gcstus, er führt cinigcErcmpcl davon an, welche ihn auf dic Betrachtung einer Art des Er-habnen bringen, welche er das Erhabne der Stellung nennet. DieSchwierigkeit, welche man hat, einem taub und flninm Gcbohrncn ge-wisse Begriffe bcyzubringcn, geben ihm Gelegenheit unter dcn oratcri-schcn Zeichen dic zu erst und zuletzt eingeführte» zu unterscheidc». Un-ter dic znlctzt cingcsührten Zeichen rechnet cr die unbestimmten Theileder Größe, und bcsondcrs der Zeit. Er macht hieraus hcgrciflich,warum ciuigc» Sprachen vcrschicdnc Zeitfällc mangcln, und andcrcciucrlcy Zeitfall verschiedentlich hrauchcn. Diese llnvollkommcnhcite»