22t> DaS Neuestc aus dcm Rcichc des Witzes.
„scyn, in dic ich mich einlassen könnte. Ich muß ihnen aber auch„nicht dic neue Verwunderung verhehlen, in welche alle um mich„herum fiele», als sie sahen, daß ich bey den pathetischen Stellen„Thränen vergoß, und mir gleichwohl dic Ohren immer zuhielt. Nun-„mehr konnte man sich nicht länger halten, und dic am wenigsten„Neugierigen wagten sich mit ihren Fragen an mich, worauf ich aber„ganz kaitsinnig antwortete: jeder höre nach seiner Art/ und„meine Art wäre, mir die Ohren zuzuhalten, um desto besser„zu hören- Ich lachte hcy mir selbst ühcr dic Reden, welche meine„vielleicht nur scheinende, vielleicht würllichc Narrhcit, verursachte;„noch mehr aber lachte ich über die Einfalt vcrschicdncr junger Leute,„welche sich gleichfalls nach meiner Art dic Ohrcn mit dcn Fingcrn„zuhieltcn, und ganz erstaunten, daß cS ihnen nicht gelingen wolltc.„Sie uiögcn von meiner Gewohnheit deuten, was sie wollen, so bitte„ich sie zu überlegen, daß, wenn man, von der Aussprache richtig zu„urtheilen, dic Rede hören muß, ohne dcn Schanspiclcr zu schcn,„cS ganz natürlich ist zu glauben, daß man, von dcn Bewegungen„und Stellungen richtig zu urtheilen, dcn Schanspiclcr schcn müsst,„ohnc ihn zu hören. Der Schriftsteller, wclchcr sich durch scincn hin-wenden Teufel, durch seine» Gilblas von Santillana, und vcrschicdnc„theatralische Stücke bekannt gemacht hat, Herr le Sage war in„seinem Alter so tanb geworden, daß man ihm mit aller Gewalt in„die Ohren schreyen mußte, wcnn man von ihm wollte verstanden seyn.„Gleichwohl wohnte er alle» Vorstellungen seiner Stücke bey; er vcr-„lohr kein Wort davon, und sagte so gar, daß er niemals, sowohl von„dcm Spiclc als von den Stücke» selbst, besser gcurtheilet habe, als„seitdem er die Schauspieler nicht mehr hören könne. - - Hieraufkommt der Verfasser auf den Nachdruck der Gcstus, er führt cinigcErcmpcl davon an, welche ihn auf dic Betrachtung einer Art des Er-habnen bringen, welche er das Erhabne der Stellung nennet. DieSchwierigkeit, welche man hat, einem taub und flninm Gcbohrncn ge-wisse Begriffe bcyzubringcn, geben ihm Gelegenheit unter dcn oratcri-schcn Zeichen dic zu erst und zuletzt eingeführte» zu unterscheidc». Un-ter dic znlctzt cingcsührten Zeichen rechnet cr die unbestimmten Theileder Größe, und bcsondcrs der Zeit. Er macht hieraus hcgrciflich,warum ciuigc» Sprachen vcrschicdnc Zeitfällc mangcln, und andcrcciucrlcy Zeitfall verschiedentlich hrauchcn. Diese llnvollkommcnhcite»