Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
227
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?as Neueste aus dem Reiche des Witzes. '.'27

geben ihm die Eintheilnng an die Hand, die Sprachen überhaupt ineinem dreyfachen Stande, in dem Stande der Geburt, der Bildung,und der Vollkommenheit zu betrachten. Bey dem Stande der Bil-dung zeigt er, wie der Geist durch die Regeln der Wortfügung ge-bunden worden, und wie unmöglich es sey die Ordnung bey den Be-griffen selbst anzubringen, welche in den griechischen und lateinischenPerioden herrscht. Hieraus schließt er, erstlich, daß, die Ordnungin den Theilen der Perioden möge auch in einer alten oder neuernSprache seyn wie sie wolle, der Geist des Schreibenden doch allezeitder didactischcn Ordnung der französischen Wortfügung folge; zwey-ten?/ daß, da diese Wortfügung die allcrcinfachstc sey, die französi-sche Sprache, sowohl dieser als andrer Ursachen wegen, den Vorzugvor den alten Sprachen verdiene.?ie Franzosen, spricht er, habendadurch, daß sie alle Versetzungen verworfen haben, die Klarheit undGenauigkeit, die vornehmsten Stücke der Rede gewonnen; Stärkeund Nachdruck aber haben sie dadurch verloren. Ich füge hinzu,daß die französische Sprache, wegen der didactischcn Ordnung, wel-chcr sie nntcrworfcn ist, zu dcn ernsthaften Wissenschaften weit be-inerner, als die griechische, lateinische, italiänische und englische Spracheist, diese aber, wegen ihrer Wendungen und Versetzungen, weit vor-thcilhaftcr bey den schönen Wissenschaften können angewendet werden.Wir könncn bcsscr als jedes andre Volk dcn Gcist rcdcn lassen, unddie Vernunft muß nothwendig die französische Sprache, sich anszn- drücken, crwchlcn; Einbildung und Leidenschaften aber, werden denalten Sprachen und dcn Sprachen unsrer Nachbarn dcn Vorzug ge-bcn. Französisch muß man in dcr Gesellschaft und in dcn Schulcnder Wcltweisen reden; griechisch, lateinisch und englisch aber auf dcrKanzel und dcr Bühne. Unsre Sprache wird die Sprache dcr Wahr-heit seyn, wenn sie jemals wieder auf dic Erde kommen sollte: dieübrigen Sprachen aber sind dic Sprachen dcr Fabcl und dcr Lügcn.TaS französische ist gemacht zu nnterrichtcu, zu erleuchten, und zuüberzeugen; das griechische, lateinische, italiänische, englische aber zuüberreden, zu bewegen und zn bekriegen. Sprecht griechisch, latci-nisch, italiänisch mit tcm Pöbcl; französisch aber mit dcm Wciscn."- - Indem er dic gebildete Sprache bis zu dem Stande dcr Vollkom-menheit begleitet, stößt ihm dic Harmonie ans. Er vergleicht dic Har-monie der Schreibart, mit dcr musikalischcn Harmonic, und zeigt erst-

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