Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
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228
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228 Das Ncncsie ans dem Reiche des Witzes.

lich daß die crstre in den Worten die Würkung einer gewissen Ver^Mischung der selbstlautcnden und mitlanteuden Buchstaben, und desWerths der Sylben sey; daß sie aber in den Perioden aus der Stel-lung der Worte entstehe: zweyrens daß die Harmonie der Worte unddie Harmonie der Perioden eine Art von Hicroglyphik hervorbrachten,welche der Poesie besonders eigen ist. Er erklärt diese Hieroglyphik invcrschicdnen Stellen der größten Dichter, und beweiset, daß es un-möglich sey einen Dichter in einer andern Sprache vollkommen auSzu«drucken. Eine von diesen Stellen ist die, in welcher Virgil von demtödlich verwundeten Euryalus sagt:

I'ulclrrns^ne poi' iN'lus

Ik oi'uoi'; inc^uo luimoros oervix colla^ki» i'LeumIiit.

?ui'imi'eus voluii onm 5lo8 tuocitus uralro

I^anAiiesoik moi'ioii8, I.ist'ove papavor!» coll»

Deinikoro capul, ^>Iuvia enm koite Aravanlni'.Ich würde weniger erstaunt seyn, sagt er, wenn ich sahe, daßdiese Verse durch das ungefehrc Untcreinanderwerfcn der Lettern cnt-stündcn, als wenn ich sehen sollte, daß alle hicroglyphischc Schön-heiten derselben in eine Übersetzung gebracht würden. Das Bildder Hervorguellung des Bluts, it oruor; das Bild des sterbendenHauptS, welches auf die Schultern fällt, oei'vix colln^ka i-eeumliil;das Geräusche des Pflugs, wenn er durchschneidet, kueeilus; die töd-liche Mattigkeit des I-MKuelvit inoiivns; die Weichlichkeit des Mohn-stcngcls lillkovo ^apavera eollo; das äomiteiL ca^>ut, und dasxravaiilur, welches das Bild schliesset. Demilei'v ist so weichlichals der Stengel der Blume; Aravanlui' ist eben so schwer, als derKelch, wann er init Regen erfüllt ist. <üo1l!>i>Kt bemerkt die Ge-walt und den Fall. Eben diese Hieroglyphe befindet sich doppelt inz)l>i>avei>a. Die zwey ersten Sylben halten das Haupt des MohnSaufrecht, und die zwey letzten biegen es." Der Verfasser geht hieraufweiter und zeigt, daß auch in den allerdcutlichstcn Dichtern Schwierig-keiten sind, und versichert, daß es tausendmal mehr Menschen giebt,welche fähig sind, einen Gcomctcr zu verstehen als einen Dichter, weilman allezeit tausend Leute von Verstände gegen einen Menschen vonGeschmack findet, und tausend Menschen von Geschmack gegen einenvon einem ausgesuchten Geschmacke. Er bringt bey dieser Gelegenheit