Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

Das Neueste aus dem Reiche des Witzes. 229

eine neue Erklärung der bekannten Verse des Homers an, von welchenman gezweifelt hat, ob sie erhabner oder gottloser sind.

zcM-H^ o"u ^I?cr«ö 1?^' ^c^olz v^ttiZ

'Lv Ü6 x«^ c>^k<5o'ov, c^k^ i-o^ ^-vllüü- o'urK!?.

Boilcau, spricht er, hat diese Zeilen übersetzt: Givtt zerstreue dieNacht/ welche unsre Augen bedeckt, und streite gleich selbstwider uns/ nur bey Hellem Himmel. Seht da, schreyt dieserKunstrichter, mit dem Rhetor Longin, die würklichen Gesinnungeneines Kriegers. Er verlanget nicht das Leben; ein Held war dieserNiederträchtigkeit nicht fähig; weil er aber leine Gelegenheit sieht,seinen Muth in der Dunkelheit fehen zu lasse», so vcrorüßt es ihm,daß er nicht streiten soll; er verlangt also, daß der Tag geschwindanbreche, damit er seinem grossen Herzen wenigstens ein ihm würdi-ges Ende herbey bringe, wenn er auch mit dem Jupiter selbst zustreiten haben sollte.

Lriuicl Dieu, reirs nous le joui ^ A ooiuliiUs evirlrc irous!

La Motte.

Ey, meine Herren! werde ich dem Longin und dem Boilcau ant-Worten; hier ist gar nicht die Frage von den Gesinnungen, welcheein Krieger haben muß, auch nicht von der Rede, welche er in denUmständen, worinnc Ajax war, führen muß. Homcr wußte dieses,ohne Zweifel, eben so gut, wie ihr. Hier kömmt cS mir darauf an,daß man zwey Verse des Homers richtig übersetze. Und wenn esnun von ohngefchr geschehen sollte, daß dasjenige nicht darinncstünde, was ihr lobt; wie würde es denn mit cncru Lobeserhebun-gen und Betrachtungen stehen? Was wird man von dem Longin,dem Boilcau und la Motte denken müsscu, wenn sie von ohngefchretwa gottlose Pralcrcycn da gefunden hätten, wo nichts als ein erhab-lies und pathetisches Gebet ist? Man lese und überlese die zwey Versedes Homers so viclmal als man will, so wird man doch nichts als dicscsdarinne finden: Vater der Götter und Mensche», x-i) n«^., zerstreuedie Nacht, welche unsre Augen bedecket, und wenn du beschlossen hastuns zu verderben, so verderbe uns wenigstens bey Hellem Himmel^

I?!tuäl'a-l-il vmuuiüs loriuiiwr lu ciu'rlerv?

Lrimtl Dien, cliaMs Ii> uuil. enii uous oouvrv le-? v>^n>>.

I5l ,jue irous perillwirs ü lu vlitrlö (les cleux.