230 Das Neueste aus dem Reiche des Witzes. -
„Wenn diese Ilebcrsetzung nicht das pathetische des Homers ausdrückt,„so findet man doch wenigstens nicht den Mißverstand darinne, wcl-„chcn Voilccni und la Motte hineingebracht haben. Hier ist gar„keine HerauSfodcrnng des Jupiters: man sieht nichts als einen Held,„welcher bereit ist zu sterben, wann es Jupiter so verlangt, und keine„andre Gnade von ihm erbittet, als kämpfcnd sterben zu können.„X--6 7r«^, Jupiter! Vater! Wurde ein Mcnippus wohl den Jupiter„so anreden? - - Diese Stelle, fähret er fort, beweiset genugsam, daß„cS gar nicht nöthig ist dem Homer Schönheiten zu leihen, und daß„man oft dadurch in Gefahr kommt, ihm diejenigen zu nehmen, welche„er wirklich hat. Man mag ein noch so großes Genie seyn, so wird„man dasjenige doch uiminermehr besser sagen, was Homer gut gesagt„hat. Laßt uns ihn erst versteh» lernen, ehe wir ihn verschönern„wollen. Er ist aber von den poetischen Hieroglyphen, von welche»„ich vorher geredet habe, so voll, daß man sich nicht einmal, wenn„man ihn auch zum zehntcnmalc licsct, schmeicheln darf, alles gesehn„zu haben." - - Der Verfasser merkt hierauf an, daß jede Knnst derNachahmung ihre Hieroglyphen habe, und daß es zu wünschen sey,wenn ein kundiger und zärtlicher Schriftsteller ihre Vcrglcichung unter-nehmen wollte. Hier giebt er dem Hrn. Batreup zu verstehen, daßman von ihm diese Arbeit erwartet, und daß diejenigen, welche seineEinschränkung der schönen Künste auf die Nachahmung der schöne»Natur gelesen hätten, berechtiget zu seyn glaubten, von ihm eine ge-naue Erklärung, was denn die schöne Natur sey? zu verlangen.Ohne diese würde seinem Werke der Grund und ohne jene die An-wendung fehlen. In Erwartung wagt er von der ersten Arbeit selbsteine Probe, wozu er die vortrcfliche Stelle des Virgils gewählt hat.
lila Ai'aves oeulos eonala altollere, rurtus
Delieii. Iniixunr l'li'illek ^eeloro vuluns.
"ler lole irllolleirs ouliilo^uo airuexit levavit;
lor rovolula torc» etl, ocuüs^uo vlraiili>)U8 itlto
<)uLel1vit ovlllc» lucem, inAvmuil^ue i^ierta.Die Tvnkünstlcr und Mahler mögen es beurtheilen, ob er iu ihrenKünsten den poetische» Hieroglyphen glcichgcltcndc angegeben hat. - -Zum Schlüsse kömmt er auf die französische Sprache wieder zurück; erertheilt ihr noch einmal den Vorzug vor allen Sprachen in den nütz-lichen Sachen, und spricht ihr auch in dem angenehmen ihre Stärke