2-12 Das Neueste aus dem Reiche des Witzes.
ist oft der Liebe vortheilhaft; man muß ihren schnellen Flug anzuhal-ten, ihr zuvorzukommen und sie bey der Stirne zn fassen wissen.Der Liebhaber und Soldat müssen geschwind seyn. — — „Folget„überall den Schritten eurer Schönen; sehet nichts, bewundert nichts,„liebet nichts, als ihre Rciizc. Die zärtliche Liebe belohnt sich zuletzt„und man gefällt dem Gegenstände, welcher empfindet, daß mau ihm„gefallen will." Die Orte wohin man die Geliebte vornehmlich beglei-ten mufi, sind die Komödie, die Oper, die Spatziergänge. „Der Schau-platz ist den Wünschen der Verliebten günstig und das Herz zu er-reichen bietet er glückliche Augenblicke an. Durch ihre Tcuschercycn„macht die zaubernde Scene ihren Betrug angenehm, schmeichelt, reitzct„und bewegt zc. — — Allzuliebcnswürdigc Gofiin, bricht der Dich-ter zum Schlüsse dieser Materie aus, empfange hier den Preis, den„dir tausend von deinen Reitzen besiegte Liebhaber darbieten. Ja, die„schmeichelnden Töne deiner rührenden Stimme, deine Thränen, deine„Blicke, deren Anmuth bczanbert, schiesscn überall siegende Pfeile der„zärtlichsten Liebe ab. Sie herrschet durch deine Augen; dir ist sie„alle Herzen schuldig. Glücklich, wer dich sehen kan, wer mit dir„sprechen, wer dich hören kan! Glücklich, wer dir gefallen kan! Glück-lich den dein Mnnd mit einem kostbaren Lächeln beglückt, wer sein„Glück in deinen bewegten Augen liefet! Empfange diese Verse, die„die Liebe erzeugte. Ich singe ihre Rcitzc und du machst sie bc-„kannt." — — Wenn wird unser deutsches Theater eine Gofiin be-kommen, welche einen Dichter in so süssc Entzückungen zu versetzenfähig ist? — — Der zweyte Ort, wohin man der Schönen folgenmufi, ist die Oper, der Tempel der Liebe, wo sie alle Sinnen auf-bietet sie durch sich einzunehmen. „Verliebte, strömet in diese prächtige„Schauspiele. Die allzeit siegende Liebe weis; da von keinem Hindernisse,„und alle vereinigte Künste bieten alle Arten des Vergnügens an.„Sucht ihn, redet ihn an, den Gegenstand eurer Wünsche. Die„schmeichelnde Harmonie der Lnllischcn Töne, welche die Liebe mit„den Gesängen des Quinaut verband, wird sie ganz mit einer schmach-tenden Verwirrung erfüllen, und auf ihrem Munde werdet ihr die„Strenge erblassen sehen. Wenn CadmnS feyerlich die Treue schwört,„so werden ihre Augen euch eine ewige Liebe schwören. — — Clio„glänzet im Winter, Flora im Frühlinge; jede hat ihre Zeit. Liebt„die reitzenden Bctrügereyen der ersten, doch vergeßt nicht, daß man