Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
243
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Das Neueste aus dem Reiche des Witzes. 243

auch der Natur ihre Augenblicke geben müsse. Unter jenenwachsenden Lauben, wo die Götter des Lachens hcrumflattcrn undPhilomcle durch zärtliche Klagen entzückt; da könnt ihr dem gelieb-ten Gegenstände eure zärtlichsten Gesinnungen durch eure Augen er-klären. Laßt eure Begierden in allen euren Bewegungen lese»! allesentdecke an euch die heftigste Glut, Habt einen traurigen Anblick,einen langsamen Gang. Suchet nichts als ihre Augen, fliehet siedann, und suchet sie wieder, ttcbcrall wird euch ihr Herz folge»,

und schalkhaft wird die Liebe sie ihre Zärtlichkeit verrathen lassen,"--

Hierauf weiset der Dichter, wie natürlich dem Frauenzimmer die Be-gierde zu gefallen sey. Diese ist ihre erste und letzte Leidenschaft.Gleichwohl ist es bey seiner Liebe unruhig. Diese Unruhe ihm zu be-nehmen, sie ihr bey einer geheimen Zusammenkunft zu benehmen, dalasse der Liebhaber seine Stärke sehen. Er finde sich zuerst an dembestirnten Orte ein; er suche sie durch Versicherungen, dnrch Schwüre,durch Thränen zu gewinnen.Sind Thränen nöthig sie bcs-ser zu überzeugen, so lasset ganze Ströme derselben ans den Angcnbrechen. Weinet! die zärtlichste Liebe ergötzt sich an Thränen, undihre süsseste Stille entstehet aus der Unruhe. Ihre tbcucrstcn Myr-ten sind mit Thränen befeuchtet, und wer nicht weinen lan, kennetihre Anmuth nicht. Endlich siegt die Liebe und die Strengewanket. Die Zärtlichkeit flimmert in den schmachtenden Augen; dieUnbewegliche wird bewegt, und erkühnt sich nicht den Fuß aus derFalle zu ziehen, die ihr gefällt. Erntet dann den ersten Genuß aufihrer zitternden Hand ein; ein Kuß redet ans Herz, denn er ist dieSprache des Herzens. Liebe, umsonst flicht man dich! Alles cmpfin-det deine Gewalt, alles weichet deinen Rcitzen; so gar das stolze Ge-spenst, die eitle Wcltwcisheit. Äom, XolossuS von Rauch, sieheden Hochmuth eines deiner größten Meister biegen, nnd lerne dichkennen." Hierauf beschließt der Dichter den zweyten Gesang mit derErzählung der Liebe des CartcS: die uns aber ein wenig trocken vor-kommt. Sie hat zwar ihren gnicn historischen Grund, da man weißdaß dieser Wcltwcisc in Holland eine Tochter, mit Name» Francinegehabt hat: so wie Newton einen Sohn. Der einzige Punkt worinncder Verfechter und der Vernichtcr des leeren Raumes vielleicht einan-der gleich gewesen sind.

Im dritten Gesänge werden die Eigenschaften beschrieben, die ein

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