252 Das Neueste aus dem Reiche des Witzes.
gäbe sorgfältig ersetzt, und dadurch alles geleistet, was »m» noch voneiner Goltschcdischen Dichtkunst verlange» konnte. Ich bin ic.P. S.
Bet) den itzigcn Lustbarkeiten, an welchen das Theater den meistenTheil nimmt, wird es nicht unrecht seyn, dem Leser einige theatrali-sehe Anekdoten ans Paris zn erzählen.
Pcchanrrc hatte in einem WirthShausc auf dem Tische cincn Zettelliegen lassen, auf welchem einige Ziffern und über denselben die Wortestunden: Hier soll der Rönig ermordet werden. Der Wirth, wel-cher sich schon über die Mienen und über die Zerstreuung dieses PoetenGedanken gemacht hatte, hielt es für seine Schuldigkeit, diesen Zettelzu dem Quarticrcommissar zu tragen, welcher ihm sagte, er solle, wennder Unbekannte wieder zu ihm zu Tische tarne, ihm ja davon Nachrichtgeben. Pcchantrc kam wirklich einige Tage darauf wieder, und kaumhatte er angefangen zu essen, so sah er sich mit einer Menge Hascherumgcben. Der Commissar zeigte ihm sein Pappicr, nm ihn von seinemVerbrechen zu überfuhren. Ach! mein Herr, sagte der Poet, wie frohbin ich, daß ich meinen Zettel wieder habe! Ich suche ihn schon et-liche Tage. TaS ist der Auftritt, in welchen ich den Tod des Neroin einem Trauerspiele, an welchem ich arbeite, bringen will. DerCommissar schickte seine Häscher wieder nach Hause, und einige Zeitdarauf ließ Pechantre sein Trauerspiel aufführen.
Der Comödiant Montflcury griff sich einmal so an, da er in derAndromacha die Wut des Orestes vorstellte, daß er krank ward undstarb. So hatte auch die Mariamue des Tristan dem Mondory denTod verursachet. Tahcr pflegte man zu sagen, daß künftig kein Poetmehr seyn würde, welcher nicht würde die vhre haben wollen, in sei-nem Leben einen Komödianten nmS Leben zu bringen.
TimokratcS, das Trauerspiel des Thomas Corneille , ward 80 malhintereinander vor einer großen Menge Zuschauer aufgeführet, welchees beständig wieder gcspiclct haben wollten. Die Comödiantcn wurdenmüde, cS zu spielen. Einer von ihnen trat einmal vorn vor ans demTheater und sagte: Meine Herren, Sie werden nicht müde, den Timo-kratcS zu sehen: wir aber sind müde, ihn zu spielen. Wir befürchten,wir werden unsere andern Stücke vergessen. Lassen Sie ihn uns doch