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Erster Brief.
Ich habe ihrer einen ziemlichen Vorrath, und die welche ich hierohne Wahl, so wie sie mir in die Hände gerathen, mitgetheilt,sind die wenigsten. Es wird mir angenehm seyn, wenn meineFreunde nicht die einzigen sind, die etwas darinnc zu sindc»glauben.
Ich habe gesagt, daß diese beyden Theile nichts als Kund-schafter sind. Einige ernsthafte Abhandlungen, und verschiedenegröfirc Poesien, wozu ich die dramatische» Stücke vornehmlichrechne, möchten ihnen gerne folgen. Unter den lcztcn sind ei-nige, welche schon die Probe der öffentlichen Vorstellung ausge-halten, und wenn ich sie selbst rühmen darf, auch Beyfall ge-funden haben. Die Probe des Drucks ist die letzte und wichtigste.
Zch kann hier meine Vorrede beschlossen, und muß denLeser um Verzeihung bitten, daß ich von nichts als von mirgeredet habe.
Briefe.
SvmnmchuS
17 5 3.
Erster Brief.
An den Herrn P.
Schon seit vierzehn Tagen hätte ich Ihnen ihre Handschriftvon den unglücklichen Dicbrern wieder zurück schicken können,weil ich sie gleich in den ersten Abenden durchgclcscn hatte. Al-lein ich glaubte diese Eilfertigkeit würde nicht gelehrt genug las-sen; wenigstens nicht freundschaftlich genug. Denn nicht wahr,entweder Sie hätten gedacht: nun wahrhaftig der muß sehr vielmüßige Stunden haben, daß er sich so gleich hat darüber machenkönnen! oder: ja, in der kurzen Zeit mag er auch viel gelesenhaben; über alles läuft er doch weg, wie der Hahn über dieKohlen! Die eine Vermuthung sowohl als die andre war mirungelegen; mir, der ich so gerne immer beschäftiget scheinen will;