Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
271
Einzelbild herunterladen
 

Schriften. Erster und zweyter Theil. Vorrede. 271

ich gleich beynahe in der Meinung stehe, daß man beydes inSinnschriftcn nicht genug seyn kann. Ich habe bey den wenig-sten gewisse Personen im Sinne gehabt, und ich verbitte alsoim voraus alle Erklärungen.

Den Schluß in dem ersten Theile machen Fragmente; solcheStücke nehmlich die ich entweder nicht ganz zu Stande gebrachthabe, oder die ich dem Leser nicht ganz mitzutheilen für gutbefinde. Ich hätte sie also wohl ganz und gar zurück behaltenkönnen? Vielleicht; und es kömmt darauf an, ob man nichtetwas darunter findet, welches gleichwohl der Erhaltung nichtunwerth ist.

Anfangs war ich willens einige kleine Stücke durch ein Zei-chen merklich zu machen. Diejenigen nehmlich, die ich mir nichtganz zuschreiben kann, und wovon ich die Anlage aus dem oderjenem französischen Dichter geborgt zu haben, mir nicht verber-gen kann. Doch da dieser Zeichen nur sehr wenige gewordenwären, und ich ausserdem überlegte, daß es dem Leser sehr gleich-gültig sey, wem er eigentlich einen Einfall ^zu danken hat, wen»der Einfall ihm nur Vergnügen macht; so habe ich es gar nn-tcrlasscn. Ich werde ohnedem der Gefahr nicht ausgcsczt seyn,daß man auch aus meinen Poesien, zur Ehre des dculschcnWitzes, Proben ins Französische übcrsczt, und zum Unglückgleich auf solche fällt, die von einem Franzosen entlehnt sind.

Der zweyte Theil enthält Briefe. Man wird ohne Zweifelgalante Briefe vermuthen. Allein ich muß bekennen, daß ichnoch bis jetzt keine Gelegenheit gehabt habe, dergleichen zu schrei-ben. Mir Eorrcspondcntinncn zu erdichten, und an Schönhei-ten zu schreiben, die nicht crisiircn, schien mir in Prosa einwenig zu poetisch zu seyn. Es sind also nichts als Briefe anFreunde, und zwar an solche, an die ich etwas mehr als Kom-plimente zu schreiben gewohnt bin. Ich schmeichle mir so gar,daß in den meisten etwas enthalten ist, was die Mühe sie zulesen belohnt. Wenn man an Freunde schreibt, so schreibt manohne ängstlichen Zwang, und ohne Zurückhaltung. Beydes wirdman auch in meinen Briefen finden, und ich will lieber, einwenig nachläßig und frey scheinen, als ihnen diese Merkmahleabwischen, welche sie von erdichteten Briefen unterscheiden müssen.