Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
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Tnttcr Brief.

scm Tone langer fortzufahren. Zu« Ernste also: kann eine Be-schuldigung boshafter und zugleich ungcgründctcr seyn? Vonallen den übrigen Sinnschriftcn, die man ihm zur Last legt,werde ich ein gleiches sagen müssen. Er schildert einen Thraso,welcher nicht eher Muth hat, als biß er ihn aus den Glasernin sich gegossen: und das soll der Eommcndant in Wittcnbcrgseyn. Er mahlet einen Rabulisten ab, dessen nichts bedeuten-des Gewäsche er verlacht: und muß den Kanzler Pontanus ge-troffen haben. Auf ein ehrliches Frauenzimmer sollen folgendeZeilen gehn:

t!ur vitos lom^cr eomnninia Iir,!»«» clleam.(juocl fis MAin IVio, «junil sc-t^wl'i! jmtn.Und was ist gleichwohl klarer, als daß dieses ein Frauenzim-mer scyn muß, welches nirgends als in der Einbildung desDichters anzutreffen? Hatte denn Wittcnbcrg damals öffentlicheBäder, welche das Mannsvolk und das Frauenzimmer ohneUnterscheid zugleich besuchen durste? Oder hat dergleichen jemalscinc christliche Stadt gchabt? Erlauben Sie mir also, meinHerr, daß ich die übrigen Vorwürfe von dieser Art übergehe;und suche» Sie, wenn Sie können, in den ersten zwey Büchernstärkere und der Wahrheit gcmässcrc Beyspiele auf, um michzu überzeugen. Finden Sie aber deren keine; so scyn Sie gc-lchrig, und erlauben, daß ich Sie übcrzcugcn darf. WollenSie mir ctwan einwenden: A.cmnius könne allerdings auf denund jenen gcziclct haben, ob es uns gleich jctzo, wegen Entfer-nung der Zeit, und aus Mangel gewisser kleinen Nachrichten,unmcrklich wäre; genug, daß doch damals seine Stiche geblutethätten, wie man aus dem Zeugnisse der Zcitvcrwandtcn sehenkönne.---Ich will mich dieses zu widerlegen nicht da-bey aufhalten, was ich von den Grenzen einer erlaubten Satyrchernehmen könnte; sondern ich will mich gleich zu dem Zeug-nisse selbst wenden, auf welches Sie sich berufen. Lassen Sieuns also dic Stcllc aus dcs Matthesins Predigten übcr dasLeben unscrs Suchers nähcr betrachten. Hier ist sie:Im 38?ar thcr sich hcrfür ein Poccastcr, Simon -i^emchcn ge-n«m: der fing an, viel gmcr -L.cm mir schendlichcn unslcsterlichen Versen zu schmchen, und die grossen Verfolger