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Einführung in einige Hauptgebiete der Nationalökonomie : siebenundzwanzig Beiträge zur Sozialwissenschaft / von Georg Friedrich Knapp
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Erläuterungen zur Staatlichen Theorie des Geldes.

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Im zweiten Falle handelt es sich um neu abgeschlossene Käufe.Ich verkaufe mein Haus erst jetzt, nachdem das uneinlösbare Papier-geld valutarisch geworden ist. Werde ich mehr als ioo ooo Gulden dafürverlangen? Vielleicht, denn ich werde allerdings nach größerem Erlösestreben; aber werde ich es durchsetzen? Das hängt vom Machtverhältniszwischen mir und den Käufern ab und bleibt also unbestimmt; dagegenist es sicher, daß die Änderungen in der Geldverfassung hierauf durchauskeine Einwirkung üben; denn auch diese Preise bedeuten nicht Metall-mengen, sondern Nominalbeträge.

Die Anschauung, daß dieVerschlechterung des Geldes die Wir-kung habe, die Preise im Innern des Landes zu steigern, ist also nichtden Tatsachen entsprechend; sie ist nur eine Folgerung aus der irrtüm-lichen Ansicht der Metallisten über das Wesen des Preises. Aberso wenden die Metallisten ein der Wert des valutarischen Geldes (indiesem Falle der uneinlöslichen Banknoten) ist doch gegen das Silbergesunken, wie man am Agio des Silberguldens sieht.

Das ist unzweifelhaft wahr; aber es ist ohne juristische Erheblichkeit;indem der Metallist mit dem Silber vergleicht, tut er etwas Erlaubtes,aber wenn er glaubt, daß daraus etwas Juristisches folge, so bedienter sich einer Privatjurisprudenz, über welche sich der Staat kaltblütighinwegsetzt. Der Staat läßt keine juristischen Folgerungen aus jenerTatsache zu; also tun es auch die Gerichte des Staates nicht; also mußauch derVerkehr sich fügen. Und wenn man gar behauptet, die Kauf-leute würden dann das Geld als nicht gut genug zurückweisen dannkennt man den Kaufmann schlecht; denn ihm ist eine schlechte Be-zahlung noch lieber als gar keine.

Die Bemühungen der Metallisten, das Metall zum Vergleich heran-zuziehen, sind nur unbewußte Wünsche in bezug auf Wiedereinführungder Barzahlung.

Im Innern des Staates ändern sich wegen der Machtverhältnisse vonNachfrage und Angebot fortwährend alle Preise; aber sie tun es nichtwegen angeblicher Änderung des Geldwertes, denn im Innern kann mannur sagen: das valutarische Geld stellt den Wert vor, es ist die greifbareSache, deren Überlieferung juristisch die Überlieferung von Wertgrößenbedeutet; aber es existiert kein Gut, nach dessen Preis der Staat etwa be-urteilt, ob das Geld noch so wirksam sei wie vorher; das Geld bleibtjuristisch immer gleich wirksam, esgilt proklamatorisch. Wieviel von