Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
289
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Siebender Brief.

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Ein jeder wehrt sich womit cr kann; der Wolf mit den Zäh-nen; der Ochse mit den Hörnern: und die Natur selbst lehrtes sie. Der erzürnte Lervius droht mit Gesetz und Urthclnund die feindselige Lanidia mit Gift:

llt, «juo <ju!s vslLst, tus^oetcis torreat.Soll der arme Dichter nur allein seine Waffen nicht brauchen?Und sind die mit Geißeln bcwafnctcn Satyrs, die ihnen Apoll zur Bedeckung gegeben, nicht das einzige, was sie noch ein we-nig in Ansehen erhalt? Noch besser wurde es um sie stehen,wann das Lycambischc Geheimniß nicht vcrlohrcn gegangenwäre, einen Feind durch Stichclrcdcn so weit zu treiben, daßcr ans Verzweiflung zum Stricke greifen muß. Ha! Ha! MeineHerrn Thoren, ich wollte alsdann den Wald sehen, in welchemnicht ein jcdcr Baum, wenigstens einen von ihnen hätte reifwerden lassen!

In malns !>s^ei'i'!musparaw tnlln cnrmündachte also auch A.emniris, und wcr weis ob wir nicht auch hcydeeben so gedacht hätten? Lassen Sie uns auf keine Tugend stolzthun, die wir noch nicht haben zeigen können. Ein beleidigterMensch ist ein Mensch; und ein beleidigter Poctc ist es gedop-pelt. Die Rache ist süssc, und Sie sollen es gleich an einemkleinen Exempel sehen. Ich will hier meinen Brief schließen,und Sie noch acht Tage auf meine Anekdoten warten lassen.

Und warum?--Hat uns doch ihre Madcmoiscll Schwcstcr

schon dreymal acht Tage vergebens auf ihren Besuch wartenlassen. Aber, werden Sie sagen, was geht mich meine Schwe-ster an? Aber hören Sie es denn nicht, daß ich michrächen will? Leben Sie wohl!

Siebender Brief.An ebendenselben.Sehen Sie, mein Herr, daß Sie noch rachgieriger sind alsich? Ich wollte nichts als eine Bcrzögrung mit der andernvergelten: Sie aber bestrafen meine Ncckcrcy durch die boshaf-teste Auslegung, die nur kann erdacht werden. Ich lasse Sieauf meinen Hurcnkricg warten, weil uns ihre Jungscr Schwc-Lcssings Wette m, II