Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
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291
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Siebender Brief.

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kannte» Sprüchwortc: 'Hier liegt Ver Hunv begraben, Gele-genheit gegeben habe. Doch davon ein andermal, damit wirvon der Monackopornomachic nicht zu weit abkommen. Ih-nen in wenig Worten einen Vcgrif davon zu machen, muß ichsagen, daß sie eine Art einer Komödie ist; ich sage eine Art,und noch dazu eine der allcrschlcchtcstcn Arten: oder sollte ichsie nicht vielmehr einen Mischmasch unzüchtiger Gespräche nennen,die ungefehr den Schein einer Verbindung haben? Die Perso-nen, welche darinnc ausgeführet werden, sind: Venus, die Lie-besgötter, der Gott vcrbothncr Ehen, Luther, Zonas, Spala-tinus, die Weiber dieser drey Männer, Cotta, Elsa und Zutta,einige Freunde des Luthers, verschiedene Liebhaber der benann-ten drey Matronen und andre Nebenpersonen; wie es denn derDichter auch nicht an ein paar Chören hat fehlen lassen. DieHandlung läuft ungefehr dahinaus: Anfangs suchte sich Luthervon seiner Käthe, die er schon im Kloster unter Versprechungder Ehe, soll gebraucht haben, auf alle mögliche Art los zumachen. Doch da er eben am eifrigsten daran arbeitet, undschon im Vcgrif ist, eine andre zu hcyrathcn, kömmt ihm seinealte Liebste aus dem Kloster über den Hals, und weis ihn sofeste zu fassen, daß er sie nothwendig zur Frau nehmen muß.Als seine Freunde, Jonas und Spalatinus dieses sehen, wollensie ihn in der Schande nicht allcinc stecken lassen, sondern neh-men ein jeder eine von den geistlichen Nymphen, welche Kätheaus ihrem Kloster mit gebracht hatte. Doch alle drcyc findenihre Männer hernach ziemlich ohnmächtig, so daß sie sich noth-wendig auf auswärtige Kost befleißigen müssen. Hier findet L.em-nius Gelegenheit die Frau des Spalatinus fein mit dem Worte8paclo spielen zu lassen, und durchaus solche Dinge anzubringen,welche Aergerniß und Eckcl erwecken. Die kleinen Gedichte, welchean der Bildsculc des Priapus sollen gestanden haben, sind bey wei-ten nicht so schmutzig, und ungleich sinnreicher. Ich glaube nicht,daß Sie mir es zumuthcn, etwas daraus anzuführen: damit Sieaber doch nur einigermassen urtheilen können, so will ich Ihnendie Anrede an Suchern, welche gleich auf die oben angeführtenWorte folgt, abschreiben. Wann sie Ihnen ihrer eignen Schön-heiten wegen nicht gefallen will, so bedenken Sie nur, daß sie

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