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Einführung in einige Hauptgebiete der Nationalökonomie : siebenundzwanzig Beiträge zur Sozialwissenschaft / von Georg Friedrich Knapp
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Eduard Hammer, ein Wiener Währungsschriftst eller.

Hammer hat zahlreiche kleine Schriften verfaßt und versendet; zweidavon habe ich im Sommer 1898 erhalten, nebst einem Briefe. Ichwar damals erst im Beginn meiner Studien über das österreichisch-ungarische Geldwesen und wußte mit den Broschüren nichts Hechtesanzufangen, so daß ich sie sogar vergaß. Als ich dann im Jahre 190 5die Schrift über die staatliche Theorie des Geldes herausgegeben hatte,kam ich mit dem Regierungsrat Dr. Ludwig Calligaris in Beziehung,der mir im August 1906 mitteilte, daß ein Sonderling namens Hammerum das Jahr 1892 die österreichische Regierung stark auf die künstlicheRegulierung der Wechselkurse hingewiesen habe. Einige dieser Schriftensandte mir Calligaris, einige andere verdanke ich den Bemühungen desHerrn Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Kuranda in Wien . Es war mirnämlich von großem Interesse, die Meinungen jenes Sonderlings zuhören. Von seinen persönlichen Verhältnissen war sehr wenig bekannt.Da lernte ich im September 1906 einen damals 2 5 jährigen Herrn ausWien, Friedrich Gaertner, kennen, der mir versprach, er wolle dieLücke ausfüllen; er berichtete aus Wien unterm 2. April 1907:

Hammer, der zuletzt völlig mittellos war, ist in der AllgemeinenPoliklinik, Wien, IX., Mariannengasse 10, am 28. Jänner 1906 ver-storben. Das genaue Dalum seiner Geburt war nicht zu erfahren, eswar nur angegeben:61 Jahre alt. Er war in Neubergruh im preußi-schen Schlesien geboren. Nach nochmaliger persönlicher Einsicht derAkten jenes Krankenhauses fügte Herr Gaertner noch hinzu (2 3 . April1907): Hammer war evangelisch, Augsburger Konfession; er starb anLeberkrebs und wurde am 3 o. Jänner 1906 auf dem Wiener Zentral-friedhof beerdigt. Er hatte zuletzt weder eine feste Wohnung noch Ver-wandte; da gar kein Nachlaßvermögen vorhanden war, ist seitens desGerichtes kein Verlassenschaftsakt aufgenommen worden.

Herr Dr. Kuranda legte einer Büchersendung an mich am 19. Jänner1907 einen Zettel bei, den ein Kollege, dessen Namen nicht zu entziffernist, ihm geschickt hatte; der Kollege schreibt über Hammer:

Ich weiß von ihm lediglich folgendes: Er war 1872 bis 1876 Ober-buchhalter der BaugesellschaftenWiener Bauverein,Stadtbaugesell-schaft undAllgemeine Realilälengesellschaft, welche drei Gesell-