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wenn die anderen sich zerstreuen, kommt die stundenlange Sitzung desAusschusses mit wichtigen Geschäften. Man reist nach Hause zurück,und nun beginnt der Briefwechsel wegen der künftigen Schriften desVereins: auf zehn Anfragen kommt eine Zusage, auf fünf Zusagenkommt ein wirkliches leibhaftiges Manuskript — und nun muß in allerHast der Druck besorgt werden, damit kurz vor Torschluß ein neuerBand der Schriften des Vereins für Sozialpolitik franko in die Händeder Mitglieder gelange.
Dies alles so nebenher betreiben, während man Abgeordneter undProfessor und Gelehrter ist, das kann nicht jeder — aber unser Vor-sitzender hat es meisterhaft verstanden; und er machte gar kein Ge-räusch davon.
Haben wir ihm eigentlich für solche Hingebung warm genug ge-dankt? Viele von uns haben es gar nicht so gewußt, und jetzt erst, wowir ihn nicht mehr haben, wo wir ihn überall vermissen, wo wir unsverwaist Vorkommen, tritt uns dies so klar vor Augen, und jeder vonuns wünscht heute, ihm damals noch die Hand gedrückt zu haben.
Nun ist er dahin. Seine Angehörigen, seine Berufsgenossen habenihn längst in Bonn begraben — und wir haben ihm nicht das letzteGeleit gegeben.
Aber vergessen haben wir ihn nicht; der treue Geschäftsleiter unseresVereins lebt in unserem Angedenken fort, und damit wir hievon eindeutlich sichtbares Zeichen geben, fordere ich Sie auf: Erheben Siesich zu Ehren Nasses von Ihren Sitzen!