Hanssens Lebenserinnerungen.
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fach verändert, und so hängt diese ganze Neuordnung aufs engste mitden Fragen zusammen, die für Ilanssen stets im Vordergründe standen:er zeigte mit Vorliebe die Bedingungen auf, durch welche die Wand-lungen in der Landwirtschaft herbeigeführt werden; natürlich sind hiernur die gesellschaftlichen (nicht die naturwissenschaftlichen) Be-dingungen gemeint, die auf die Technik der Landwirtschaft zurück-wirken.
Ilanssen stammte aus einer Zeit, in der es auf deutschem Bodennoch keine Sozialpolitik gab. Die großen Gegensätze der gesellschaft-lichen Klassen schlummerten in seiner Jugend noch. Er schrieb zu-nächst nur die Geschichte der Wirtschaft, aber indem er dies tat, ebneteer einer jüngeren Generation den Weg. Seine Schüler, die der zweitenHälfte des 19. Jahrhunderts entstammen, haben die sozial wissenschaft-liche Seite der Geschichte des Bittergutes hinzugefügt. Der Meister hatsie dazu nicht auf gef ordert und nicht angeleitet; aber ohne ihn, dasheißt ohne seine grundlegenden, gedankenreichen Schriften, wäre dasnie unternommen worden. Deshalb nennen wir den Namen unseresLehrers stets mit Dankbarkeit und Ehrfurcht 1 — und deshalb feiertheute der Verein für Sozialpolitik sein Andenken.
1 Die Schlußworte von ,,Sein liebstes Forschungsgebiet“ bis „Ehrfurcht“sind bereits in den „Erinnerungen aus den Jahren 1863—1893“ (Seite 332 bis334 dieser Sammlung) abgedruckt.