Zwey und jw.inzigstcr Brief.
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Gönn ihr den süssen Stoß, wann dll vor Blur dich graust.Glaub mir, noch heute kann ich hundert Bruder finden,
Wann du--wann Hcnzi nur sich will mit uns verbinden.
Du weißt, was jetzt den Rath mit bangen Warten quält.Vielleicht, daß dieser Streich geschwind und glücklich fällt.Vielleicht, daß das Geschick, das noch den Wütrich stützet,Zum Wohl des Vaterlands vcrschwornc Helden schützet.Denn noch ist nichts entdeckt, als was ein dunkles BlatVon Mannschaft und Gewehr kaum halb verrathen hat.So bald man Freyheit! Vcrn! als ihre Lösung höret,Muß ich der erste seyn, der das Geschrey vermehret.D hört ichs heute noch! Und Hcnzi rief mit mir!Und Bern wär heut noch frey, und frey gehorcht es dir!Warum kenn ich sie nicht und trage gleiche Bürde,Daß mir des Staates Wohl wie ihnen sauer würde,Daß ich auch einst mit Ruhm zun Kindern sagen kann:„So sauer ward es mir! mein Leben wagt ich dran,„Daß ich euch, mein Geschlecht, als Freye könnte küssen.„Seyd stark, und laßt dieß Glück auch euer Kind gemessen."
Henzi.
Du willst sie kennen?
Vvernier,
Ja.
Henzi.
So kenn sie dann in mir!Vvernier.
O redte Hcnzi wahr!
Henzi.Kenn sie in mir!VVermer.
Zn dir?
Und hast mir nichts gesagt? Mußt ich in deinen AugenDer Freyheit sonst zu nichts, als sie zu wünschen taugen?Freund, ungerechter Freund! — — Doch ich vergcß es schon,Du hast mirs noch entdeckt. Freund, hier nimm deinen Lohn!
(Er umarmt ihn)Doch eile, lehre mich, wer? wo sind deine Glieder?