Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
334
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Awcy und jwtiiijuistcr Mrief.

^Vernier.

Wär ich für Gram vergangen.O Bern? O Vaterland s Za, ja, dein grosser Geist,Für Bern erzeugt, weis nicht, was mindrc Sorge heißt.Wie selig, Hcnzi, ists, fürs Vaterland sich grämen,Und sein vcrlaßncs Wohl frcywillig auf sich nehmen.Doch sey nicht ungerecht, nnd glaube, daß in mirAuch Schweizer Blut noch fließt, und wirket wie in dir.Theil deine Last mit mir. Kann ich gleich minder fassen,So kann ich doch wie du, für Bern mein Leben lassen.Nicht morgen, heute noch, cröfnc mir die Bahn,Worauf ich unter dir, Bern und dich rächen kann.

Henzi.

O sage nichts von mir. Enterbt von Amt und Ehre,Ertrüg ich mein Geschick, wanns einzig meines wäre.Wär jedes Amt im Staat mit einem Mann bestellt,Der dienen kann und will; ich spräch als jener Held:Glückselig Vaterland! du kaust mich nicht versorgen,Der Helden sind zu viel; und bliebe gern verborgen.Allein, wenn Eigennutz den kühne» Rath belebt;Und wenn den Grund des Staats die Herrschsucht untergräbt;Wann die das Volk gewählt zu seiner Freyheit Stützen,Den anvertrauten Rang gleich strengen Sceptern nützen;Wann Freundschaft statt Verdienst, wann Blut für Würde gilt;Wann der gemeine Schatz des Gcitzcs Beutel füllt;Wann man des Staates Flehn, der sie aus Gunst crkohrcn,Der nur aus Nachsicht fleht, empfängt mit tauben Ohren;Wann wer der Freyheit sich das Wort zu reden traut,Zum Lohn für seine Müh ein schimpflich Elend baut;Freyheit! wann uns von dir, du aller Tugend Saamc,Du aller Laster Gift, nichts bleibet als der Name:Und dann mein weichlich Herz gerechten Zorn nicht hört,So bin ich meines Bluts ich bin des Tags nicht werth.

^Vernier.

Jetzt redte Hcnzi! Freund, ich fühl es, was er sagte.O wer gleich Bruto denkt, sich auch gleich Bruto wagte.Freund, du verstehst mich schon. Doch, sich hier meine Faust!