Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
333
Einzelbild herunterladen
 

Zwey und zwtiujigftcr Brief.

!W

Zu mcincr Rache dann erführst du nimmermehr,Wer dir den Dienst gethan, daß ich dein Freund es war.Za, Hcnzi, könntest du dich nicht erkenntlich zeigen,Ich weis, es schmerzte dich, wie mich dein Stillcschwcigen,Erwäge, gestern schon wichst du mir listig aus,Und flohst, mich nicht zu sehn o Gott ! in-

crets Haus.

So mußte Dücrcts Haus dich von dem Freund bcfrcycn?So hattest du mich mehr, als dieses Haus zu scheuen?Des Scheusals unsres Staats? Warum nahm Bern ihn ein?Wird ihm Bern heiliger als Genf und Frankreich sey»?Doch du kehrst dich von mir? Du willst mich

auch nicht scheu.Freund! Hcnzi! noch umsonst? Hcnzi!

Acrgcbncs Flehen!Sprich! Sage was dich quält? Warum beschwer ich dich?Was suchst du hier so früh ? Wie? Du verlassest mich?Wie? Soll ich dich etwa» soll ich dich kniend bitten?

Hcnzi.

O Gott! o welcher Kampf! Was hat mein Herz gelitten!

O Freund, dein edler Geist ist größrcs Glücke werth,

Als, daß zu seiner Pein, er mcinc Pein erfährt.

Was nutzt mirs, daß mcin Frcund mit mir gefällig weine?

Nichts, als daß ich in ihm mir zwcvfach clcnd scheine.

Frey, fröhlich, nngcquält hab ich dir sonst gcdcucht;

Den» sich verstellen ist bey kleinen Uebeln leicht.

Warum hast du in mich jetzt tiefer blicken müssen,

Und mir der Freudigkeit erborgte Larv entrissen?

O wär es selbst vor mir, wornach du fragst, versteckt!

Liebt ich dich weniger, hätt ich dir mehr entdeckt.

Du weißt es Zeit genug, wenn du es dann wirst wissen,

Wann wir, steht Gott uns bey, die Frucht davon gemessen.

O Bern! o Vaterland!-- doch schon zu viel gesagt!

Frcund, habe nichts gehört!--Freund, habe nichts gefragt!

Noch warte bis der Tag nur dieser Tag vergangen,Und morgen, liebster Frcund