Zwey und zwanzigster Brief.
wcrmcr.
Und warum wundcrtS dich?Hat mich nicht Hcnzi stcts mit ofucm Arm empfangen?Nun jctzo fragt er mich, was ich ihm nachgegangen?Ich sah erstaunt, daß er so früh aufs Rachhaus ging,Sich mit sich selbst besprach, das Haupt zur Erde hing;Ich sah, daß Zorn und Gram so Blick als Schritt verriethen,Ob sie der Ncugicr gleich sich zu entflieh» bemühten.
Der Anblick drang ans Her;--Was quält den edlen Geist?
Ich floh ihm nach, und seh — —
Henzi,Was?
weriner.
Daß cs ihm vcrdreußt.Ach! bin ich nicht mehr werth sein Unglück mit zu tragen?Ist er nicht Freunds genug mirs ungefragt zu sagen?Hab ichs an ihm verdient, daß er so grausam ist,Und mir den süsscn Weg zu gleichem Gram verschließt?Bedenke, wie wir da uns brüderlich umfaßten,Als wir, zu patriotisch, die hasscnswcrthcn haßten,Als unterdrücktes Recht, als unser VaterlandDen zu bescheidnen Mund kühn, doch umsonst, entband.Bern seufzet noch wie vor. Die Helden sind vertrieben;Doch ist ihr bester Theil in dir zurück geblieben.Bern sieht allein auf dich. Bern hoft allein von dir,Freyheit, und Nach und Wohl. Drum Hcnzi, gönne mirDas uncrmcßnc Glück, wcnn dich die Nachwelt nennet,Daß sie mich als den Freund von ihrem Schutzgott kennet.
Wie aber? — — Schweigst du noch?--Du siehst mich
traurig an?
O daß mein schwacher Geist dich nicht errathen kann!O könnt ich göttlich jetzt in deine Seele blicken,Und was du mir vcrhöhlsr dir unbewußt entrücken!O stünde mir dein Geist so frey wie dein Gesicht,Und schlöß ich dann daraus, was jede Mine spricht!Ich gäbe, könnt cs seyn, dein Mißtraun zu bestrafen,Mein Lebe» zehnmal hin, dir Ruhe zu verschaffe».