Zwey und zwanzigster Brief.
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Denn länger als den Tag, soll Bern nicht dienstbar seyn.Ich selbst kann tausend Mann mit Flint und Schwerd bewehren,Die bey dem ersten Sturm sich mnthig zu uns kehren.Und zweifelst du, wann uns der Ausbruch nur gelingt,Daß nicht Berns bester Theil zu unsrer Fahne dringt,!Doch alles wird man ch, als dieses äußre wagen.Den Fleck des Bürgcrbluts kann kein Schwerd rühmlich tragen.Drum wollte Gott , der Rath vcrnähm uns heute noch!Denn heute noch ists Zeit, und linderte sein Zoch,Und gönnte sich den Ruhm, der keinen König zieret,Daß er ein freyes Volk durch freye Wahl regieret.Dieß macht Regenten groß, kein angemaßtes Recht,Kein Menschen ähnlich Heer, von Gott verdammt zum Kncchl.Freund, kann es möglich seyn, daß die sich glücklich schätzen.Die unverschämt sich selbst an Gottes Stelle setzen?Daß der vor Scham nicht stirbt, der überzeugt kann seyn,Kein Herz räumt ihm die Ehr, die er sich raubet, ein?
Germer,
So weit denkt kein Tyrann. Er schätzt sich gnug verehret,Wann sich ein scheuer Blick vor ihm zur Erde kehret.Doch, welche Lust, o Freund, erfüllt mein bebend Herz,Empfindbar dem allein, der mit gerechtem SchmerzFür Bern in Thränen floß, und flehte Gottes Rechte,Daß sie uns einen Held zum Rächer rüsten möchte.Hier steht er dann in dir. AuS Ehrfurcht nenn ich dichNun nicht mehr meinen Freund.
Henzi.
Freund, so beschämst du mich?w eruier.
Nun wohl, komm, eile dann, den Helden mich zu zeigen.Wo sind sie? — Komm! —Du bleibst? — Du schweigst? —
Was sagt das Schweigen?Henzi.
Freund dieß verlange nicht.
Wernier-Wie? Komm doch! Soll ich nunDen Schwur, den sie gethan, nicht dir und ihnen thun?
Lcsimgs Wtt'ke in, 22