Zwey und zwanzigster Brief. 341
Henzi.
Schweig Lästrer! Ich crwcis an dir sonst mit der ThatWarum cr, was du nennst, allein erschaffen hat.Bist du nicht hassenswert!)?
Dücrct.
Nun wohl, man mag mich hassen,Darf sich mein freyer Geist nur nicht gebieten lassen.Ich bin schadlos genug. Sey du die Lust der Welt,Und dien, gerechter Mann, so lang es dir gefällt.
Henzi.
Fein höllisch! Dienst du nicht, mcnn du den Lastern dienest?
Dücret.
Wie lehrreich! Dienst du nicht, wenn du dich nichts erkühnest?Was soll dir dann die Macht?
Henzi-
Durch sie Bern zu bcfrcyn,Den Rath zu nöthigen, groß und gerecht zu seyn.Er bleibe, was cr ist, wann cr uns nicht mehr drücket,Wann Dicnst und Regiment zum gleichen Theil beglücket,Wann cr als seinen Herrn erkennt das VaterlandUnd ist nur, was cr ist, des Volkes Mund und Hand.Wie gcrn wird Bern alsdann in ihm sich sclbcr licbcn — —
Dücret.
Und cr die Tyranncy nur etwas feiner üben.Du hast Verstand genug zu einem Rädclsmann,Doch Tugend allzuviel.
Henzi.
Die man nie haben kann.Diicret.
Wer ist je ohne Blut der Freyheit Rächer worden^Wer sich zu dienen scheut, der scheu sich nicht zu morden.Die Noth heißt alles gut. Sie hebt das Laster auf;Und bald wirds Tugend scyn, folgt Glück und Sicg nur drauf.Wer Unkraut tilgen will, darf der die Wurzeln schonen?Sie wird die gütgc Hand mit neuer Mühe lobncn.Drum soll die Nachwelt auch durch uns geborgen scyn,Und wollen wir in uns auch unscr Kind bcfrcyn,