Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
340
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,'Z40 Zwey und zwanzigster Brief,

Weil er den Feind des Raths in mir nicht lieben kann.Denn so klein bin ich nicht, daß eine tolle LiebeDen Haß der Tyrannei) ans meiner Brust vertriebe.

Er hebt vielleicht sein Kind für einen Rathshcrrn auf--

Henzi.

O laß der frechen Zung nicht allzusehr den Lauf.Scheu mich in ihm! (5r ist mein Freund.

Dücret.

Das kann man hören,Die Wahrheit würdst du mir sonst nicht zu sagen wehren.

Henzi.

Er haßt den Rath und dich. Nur haßt er dich noch mehr.

Doch schweig davon--Kommt bald Wiß und Fucttcr her?

Ich habe vieles noch mit ihnen zu beschlossen--

Dücret.

So wird auch dieser Tag wohl ungebraucht vcrfliesscn.Es ist gnug überlegt. Wag was man wagen muß,Und kröne durch die That des langen Zaudcrns Schluß.Komm mit mir aus der Stadt, das Landvolk zu verstärken,Und zeige dich die Nacht mit blutgcn Wunderwerken.Erschrecke, morde, brenn, vertilge Kind und Haus,Und lösch mit Fcur nnd Schwcrd Berns Schimpf und Knecht-schaft aus.

Du schlitterst?--Feiger Mann--

Henzi.

Nur feig zu Grausamkeiten.Geh, Unthicr, deine Wuth soll mich vom Recht nicht leiten.Weißt du, ob Gott nicht selbst an unsre Freyheit denkt,Er, der der Grossen Herz wie Wasscrbächc lenkt,Daß sich der harte Rath ans unser Flehn erweichet,Und dann am gröstcn wird, wann er dem Bürger gleichet?Verdienen sie den Tod, so hat Gott seinen Blitz.

Dücret.

Auf so was kleines sieht er nicht vom hohen Sitz.Er hat von Sorgen frey, Tyrannen zu bestrafen,Empfindlichkeit und Wuth und Stahl und Faust erschaffen.