Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
339
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Zwey und zwanzigster Brief. 339

Wen» er die Freyheit soll von Ducrcts Händen nehmen?O heute stoßt ihn noch

Henzi.

Und so verlangst du wohl,Daß er uns heute noch mit Bern verrathen soll?Sonst wär es längst geschehn

Tvernier-

O dem ist vorzubeugen.Mein Arm lehrt ihn geschwind ein ewig Stillschweigen.

Henzi.

Nur gleich gctödtct! Freund, wenn wir selbst uncins sind--

Doch, hör ich recht? Er kömmt. Verlaß mich! Geh! Geschwind!Ich hab ihn her bestellt. Ich will dich wieder finden.Geh! lino laß deinen Zorn die Klugheit überwinden.

Andrer Auftritt.-Henzi. Dücret.Henzi.

Er hat ihn doch gesehn.

Dücret.Ha! alles steht uns bey.Hat Henzi Muth genug, so sind wir morgen frey.

Henzi.

Ein Geist wie du, hat stets die Vorsicht ausgcschlagcn.Was wüßtest du auch mehr, als tollkühn dich zu wagen?An Muthe fehlt mirs nicht. Doch an Bedacht fchlts dir.

Diicret.

O an Bedacht! Doch sprich, war Wcrnicr nicht hier?Vertraust du dich dein auch?

Henzi.

Kann ich mich dir vertrauen,So kann ich doch wohl auch auf einen Bcrner bauen.

Dücret.

Tran, Henzi, traue nur, bis du verrathen bist.Was hilfts ein Bcrner seyn, wenn man ein Sklave ist?Ich kenn ihn mehr als du. Er ist dem Rath gewogen,Sonst hätt er längst mit mir ein festes Band vollzogen.Warum nimmt er mich nicht zu seinem Tochtermann?

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