Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
382
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>Z82 Ans der Berlinischen Zeitung vom Z. 17^53.

lnng. in 8v- Wenn es wahr ist, daß in den neuern Zeiten diefürchterlichsten Bcstrcitcr nnscrer Religion aufgestanden sind, so ist esauch nicht minder wahr, daß zu eben den Zeiten diese bcstrittcne Re-ligion die mächtigsten Vertheidiger gefunden hat. Allein das wurdeoffenbar falsch seyn, wenn mau behaupten wollte, daß die Schriftensowohl der einen als der andern auch gleiche Wirkungen gehabt hätten.Die erster» besitzen mcistcnthcilS die nnsccligc Ecschicklichkeit dem Fal-schen alle Rcitzc der Wahrheit zu geben, die schwächsten Gründe durchwitzige Einfälle aufjnstützcn, und sich so auszudrücken, daß man sieohne Kopfbrechcu verstehe» kaun. Die andern habe» incisteitthcils ci»allzugclchrtcS Ansehe», »»d das ist pedantisch; sie bleibe» immer crnsi-baft, und das ist unerträglich; sie setzen Schlüsse ans Schlüsse, undwer wird gerne seine Gedanken anstrengen. Daher kommt es, daßdiese nur diejenigen zn Lesern bekommen, die sich unterrichten wollen,jene aber alle die, welche zum Zeitvertreibe lesen; so daß allezeit daskritische Wörterbuch hundert Leser, und die Thcodiccc einen hat. DerHerr Holländer hat es versucht diesem Uebel dadurch abzuhelfen, daßer die berühmtesten Schriften für die Religion den Unstudirtcu, welchedie Wcitläufiigkcit und dchucudc Grüudlichkcit oder die fremde Sprachederselbe» abschreckt, durch deutliche Ucbcrsctzuugcu, oder faßliche Aus-züge, in die Hände iicfrc. So rühmlich sein Vorhaben war, so wohlhat er es auch ausgeführet; welches aus nichts deutlicher erhellen wird,als wenn wir die Stücke ncnucu, die in diesen drey ersten theile»enthalte» sind. :c. A»s diese» Titel» wird nia» unschwer ermessenkönnen, daß dieses Werk, wann die übrigen Theile diesen gleich wer-den, Unsiudirtcu, welche eine nach ihren Umständen gründliche i?rkcuut>niß von der Religion erlangen wollen, nicht genug wird können an-gepriesen werden. Kostet in den Voßischcn Bnchlädcn 2 Thlr.

(18. Jan.) Berlin . Die Liebe zur einzigen wahren Wcltwcishcit,zur Erkenntniß der Natur, scheint jetzt in Deutschland ein allgemeinerGeschmack geworden zn seyn. Hoffentlich wird das Publicum einenncucu Beweis mit so viel großer« Vergnügen lesen, je gewisser es ist,daß es selbst am Ende den größte» Nutzen davon haben wird. Vcr-schicd»c vornehme, gelehrte und neugierige Personen, welche überzeugtsind, daß es in den amerikanische» Länder» a» sorgfältige» .Beobach-tern der Natur um so viel mehr fehlen müsse, je seltener es geschehe,daß man die Begierde sich zu bercichcru, von welcher fast alle Enro-