Ans der 8'erlinifchen Zeitung vom I. 1763. 381
Bruycrc, Clavillc und Pauagc glaubt er etwas neues sagen zu kön-nen. Ihre Werke, behauptet er, hätten bloß die Kraft einen artigenMan,»/ oder anfs höchste einen ehrlichen Mann zu bilden; er aberwolle, ncbst diesen, einen Christen zu bilden suchen. Und in der That,darinnc geht er von allen jctztlcbcndcn französischen Witzliugcu ab; crzeigt cs anf allen Seiten, daß cr Religion habe, daß cr sie scinc»Lcscru cinznslösscn suche, daß cr überführet sey, nur sic gäbe allcnguten Eigenschaften den wahren Wcrth, nur durch sie allein könne manein rechtschaffener Vater, cin rcchtschaffencr Sohn, ein rechtschaffner Ehe-mann, cin rechtschaffner Freund, ja sogar cin rechtschaffner Liebhaber scyn.lind das Werk eines solchen Schriftstellers, wird man sagen, ist verbranntworden? Nicht allein; man hat sogar den Verfasser, welcher cin Soldatunter der königlichen Eardc, Namens Gcsnard, seyn soll, ins Gefäng-niß gesetzt, wo cr sein Schicksal zu erwarten hat. Warum hat cr mitallcr Gewalt cin Lucil wcrdcn wollen, von wclchcm Horaz sagt:
primäres pomrli r.i^uit, ^c>j,u1umsmo lrlliulim.
8cllice1 uui lvc^uus virluli rckcjiio ejus nmiois.Eine Menge satyrischer Schilderungen, in welchen mau beynahe denganzen paristschcn Hof, und wcr weiß was noch für hohe Häupter findenwill, sind tic Ursache seines Unglücks. Abcr soll denn cin Sittcnlchrernicht nach dem Leben schildern? Sollen denn alle scinc Gcmähldc ohncAchnlichkcit scyn? Und wann cr auch nicmandcn zn treffen Willenshat, so darf cr nur die aller grotcsqncstcn Figuren von Narren aufdas Papier werfen, und die Anwendung dem Lcser überlassen; cr wirdgewisse Personen vor den Augen müssen gehabt haben, wann cr dasGegentheil auch bcschwörcn wollte. Derjenige also hätte das Unglückdes Verfassers verdient, welcher seinem Werte cincn Schlüssel beygefügthat, welcher der Verlcnmduug vielleicht die Geheimnisse anfschlicsscnsoll, wo der Verfasser keine wissen will. Untcrdcßcn wird cr gcwifimehr Lcscr anlockcn, als es die strenge Moral des Verfassers würdegethan haben. Kostet in den Voßischcn Buchlädcn 16 Gr.
(16. Jan.) p. I. Hollanders Bibliothek fiir unstudirtewahre Religionslicbhaber: oder auserlesene Schriften und Aus-züge aus den alten sowohl als neuern Zeiten, zur gnugsamcnBestätigung der Wahrheiten des Seelenheils/ wider die Un-gläubigen, Juden und Schwärmer. /. //. und Theil. Frank-furt am Map» 1762/ zu finden in der Dürenschen Buchhand-