Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
389
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Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1753.

Wendungen Feuer, und undcutsche Wortfügungen Tiefsinnigkcit verra-then; kurz wann unserer Witzlingc neueste Art zu denken und sich aus-zudrücken die beste ist: so wird man hoffentlich wiecr angezeigten Wo-gen nichts zu erinnern haben; es müßte denn dieKleinigkeit seyn, daßder Verfasser vielleicht nicht gewußt hat, lvaS beten hcissct. Zuerstläßt er den Freygeist beten. Dieses (Lebet schließt sich:O könnteich mich aufmachen, und eilen und mit diesen Thränen der Acrnich-tung flehen: Erbarme dich über mich! Denn verflucht sey der Mann,der mich gezeugt, und das Weib, die mich gebohrcn hat!" Heißtdenn das auch beten, müssen wir fragen, verzweifelnde Gesinnungengegen ein Wesen ausschütten, das' man nicht kennet? Das folgendeGebet des Christen, welches der vorige nach einigen Jahren seyn soll,würde dem Unsinne eines Inspirirtcn viel Ehre machen. Das erha-benste Gebet, welches uns Christus selbst hinterlassen hat, ist zugleichdas einfältigste, und nach diesem Muster ist es lvcnigstcns nicht ge-macht. Das Gebet endlich eines guten Königs, ist so schön, daß mandarauf wetten sollte, es habe es kein König gemacht. Ein orientalischerSalomon hat dagegen sehr kriechend gebetet. Kostet in den VoßischcnBuchlädcn 1 Gr.

(1. März.) Zn der, oben in dem Artickcl von Berlin , gemelde-ten Abreise des Herrn Mylius/ hat der Herr D- Lehmann, seinenGlückwunsch ans einen Bogen in 4t. drucken lassen. Er handelt dar-innc vorläufig ->ero luv lerr-r latente caul» nioveuto Vulcüuio-runi vol moulium ignivomornm, und trägt Gedanken vor, die sei-ner physikalischen Einsicht und bekannten Kenntniß des innern Bauesder Erde Ehre machen. Herr Mylius selbst hat einen Abschied ansEuropa drucken lassen, den, ohne Zweifel, alle seine Freunde schon ge-lesen, und ihn mit Rührung gelesen haben. Eben da er Europa alsein Naturforscher verläßt, hat er sich noch erinnert, daß er ein ebenso großer Dichter ist.

(6. März.) Drey Geliere eines Aini-Rlopstockianers, ei-nes Dlopstockianers und eines guten Criticus, 1753. auf einem«Quartliogen. Dieses ist eine Parodie der dny Gebete eines Frey-geistes, eines Christen und eines guten Königs, deren wir letzthin ge-dacht haben. Sie würde sehr sinnreich seyn, wenn sie nicht so leichtegewesen wäre. Warum läßt man den Herrn Klopstock die Ungereimt-heit seiner Nachahmer entgelten? Wie tan man auf den Einfall tom-