Aus der .Berlinischen Zeitung vom I. 1763. 3!>1
scheu Verse» gehalten. Eine so miraculösc Ecschicklichkcit ist vielen,und endlich ihm selbst, so unglaublich vorgekommen, daß er nothigbefunden hat, sie mit einem Attestate des academischcn Senats bewah-ren zu lassen, und dieses Attestat, aus Liebe zur Wahrheit, in derWelt herum zu senden. WaS für Lobspruche wird er nicht einsam-meln! Was für Neider wird er nicht erwecken! Wir erinnern unsmit Erstaunen gelesen zu haben, daß es Kranke gegeben hat, welchebey phrcuctischen Zufallen, in Reimen geredet; aber was ssind dieseWahnwitzige gegen den Herrn Lauson, von welchem wir gewiß wissen,daß er ein gleiches frisch und gesund gethan hat? Nothwendig müs-sen die verfolgten Reime, bey jetzigen bedrcngtcn Zeiten, ihre Zufluchtin den Mund dieses glückseligen Sterblichen gcncmmcu haben, umsich zur Beschämung ihrer Feinde, welche von ihrer Schwierigkeit soviel schreckhafte Begriffe machen, wetteifernd aus ihm zu ergicssen.Wir wünschen gedachte Rede mit unbeschreiblichem Verlangen unterseinen Gedichten zu finden, und werden uns des Vorschusses nicht cnt-brcchcu, sobald er noch ein Attestat auswirken wird, welches der Weltversichert, daß er seine Rede nicht nur in deutschen Versen, sondernauch in gntcn deutschen Versen gehalten hat. Doch im Ernste, dieAuslassung dieses Worts, und das hinzugefügte angcsuchter maaßenwird bey Vernünftigen den academischcn Senat hinlänglich rechtferti-gen, welcher cS freylich nicht wohl hat abschlagen tonnen, dem HerrnLauson eine begangene Thorheit zu attestiren.
(6. April.) Braunschweig . Man sieht ein mit Bcysctznng die-ses Ortes gedrucktes Gedicht, unter dem Titel: Professor JohannChristoph/ oder der Roch/ und der Geschmack/ ein epischesGedicht/ des Vorspiels zweyter Theil. 1753. Ta diese Schrift,in welcher die Personen mit Naincu gcncnnct sind, sehr beisscnd undspöttisch eingerichtet ist, so tragen wir billig Bedenken, mehr, als denTitel, davon anzuführen.
(12. April.) Staats und Licbcsgeschichte der Durchlauchtig-sten prinzeßin Numeranc von Aquitanien - Aus dem Französi-schen übersetzt. Franks, u. Leipzig . 1762. in 8. 16 Bog. Wersollte nicht Lust haben, die Geschichte einer Priuzcßin zu lesen, derenerstaunliche Schönheit allen denen Fesseln anlegte, welche die Augenauf sie warffcu; einer Prinzcßin, deren Blicke gcwißc Pfeile in allerHerzen schössen, so daß sich Junge und Alte, Könige und Heldc»,