Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
399
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Ans dcr Berlinischen Zeitung vom I, 1753. J'w

nur dieses: kaum hörte seine Herrschaft in dem Reiche dcr WcltwciS-hcit auf, als man durch diesen erloschenen Clan, einen andern in ihmentdeckte, den kein Araber, und kein Scholastiker wahrgenommen hatte.Man erkannte ihn als den tiefsten Kunflrichtcr, und seit dcr Zeitherrscht er in dem Reiche des Geschmacks unter den Dichtern undRednern eben so unumschränkt, als ehedem unter seinen Pcripatctikcrn.Seine Dichtkunst, oder vielmehr das Fragment derselben, ist dcr Quellaus wclchcm alle Horaze, alle BoilcauS, alle HcdclinS, alle BvdmcrS,bis so gar auf dic Gottschcdc, ihre Fluren bewässert haben. Dicscrhat uns schon scit viclcn Iahrcn auf eine deutsche Ucbcrsctzung dersel-ben warten lassen; und warum er sich endlich doch einen andern damithat zuvorkommen lassen, können wir nicht sagen, es müßte denn dicGriechische Sprache und seine eigne Dichtkunst, welche keine weder übersich noch neben sich leiden will, daran Schuld seyn. Herr CurtiuSbesitzt alle Eigenschaften, welche zu Unternehmung einer solchen Arbeiterfordert wurden; Kenntnis; dcr Sprache, Critik, Litteratur und Ge-schmack. Seine Ucbcrsctzung ist gctrcu und rcin; seine Anmerkungensind gelehrt, und crlcutern den Text hinlänglich; und seine eigne Ab-handlungen enthalten sehr viele schöne Gedanken von dem Wesen unddem wahren Begriffe dcr Dichtkunst; von den Personen und Handlun-gen eines Heldengedichts, von dcr Absicht des Trauerspiels, von denPersonen und Vorwürfen dcr Komödie, von dcr Wahrscheinlichkeit,und von dem Theater der Alten. Kostet in den Voßischcn Buchlädcnhier und in Potsdam 16 Gr.

(13. Sept.) Neue Erweiterungen der Erkenntnis und desVergnügens. Sechstes Stück. Frankfurt und Kcipzig bey F.Lanr'ischens Erben 1753. Die Verfasser schlicsscu mit dicscm Stückeden ersten Band, und wir nehmen uns bet) dieser Gelegenheit dicFreyheit ihnen zu sagen, daß sie noch nicht einmal der Schatten vonden Bclustigcrn sind. Ihre prosaische Stücke sind mittelmäßig, unddas ist cs allcS was wir auch von dcncn sagen können, die wir wis-sen nicht was für ein gelehrtes Ansehen haben wollen. Ihre poeti-schen Aufsätze aber sind noch unter dem Mittelmäßigen und dem Elen-den ziemlich nahe. Sie reimen ohne Erfindung, ohne Witz, ohneSprachrichtigkcit die allcrtrivialstcn Gedanken, wenn cs anders Gedan-ken sind. Von Gott sagt einer von ihren Dichtern S. 489.