Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
398
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398 Ans der Berlinischen Zeitung vom I. 1763.

Meiers :c, Halle bey Chr. per- Franken, in 8v. 1 Alph. 8 Bo-gen. Dieses vortrcfliche Werk kam zu einer Feit an das Licht, alsFrankreich mit Heldengedichten recht überschwemmt war. Die Chapc-lains, die des Marets, die PcrraultS, die Samt AmantS glaubtenMeisterstücke geliefert zu haben, welche mit den ewigen Gedichten einesHomerS und Virgils um den Vorzug stritten. Ihr Stolz und ihreVerdienste schienen so schlecht zusammen zu passen, das; sich die damalslebenden wahren Kunstrichtcr nicht einmal die Mühe nehmen wollten,sie znrcchte zu weisen. Boilcau selbst that nichts, als daß er sie demGelächter Preis gab, indem er ihnen mehr Scttyre als Gründlichkeitentgegen setzte. Der einzige Bossu unterzog sich der Arbeit, die Regelndes Heldengedichts aus den Alten für sie aufzusuchen, und durch bloßeAuseinandersetzung derselben sie stillschweigend ihre Schwäche sehn zulassen. Die Ähnlichkeit, welche der Hr. D. Z ° ° zwischen den dama-ligen und jetzigen Zeiten in Absicht auf den deutschen Parnaß findet,ist sehr in die Augen lcichtcnd, und durch eben diese Ähnlichkeit recht-fertiget er seine Ucbcrsctzung; wenn man anders die Uebcrsctznng ei-nes vortreflichcn Werks zu rechtfertigen braucht. Wir wollen zumLobe desselben weiter nichts sagen, als daß es denjenigen, welche nureinigermassen von der allcrvollkommcustcn Art der Gedichte knnstmäßigreden wollen, unentbehrlich ist. Der Hr. Ucbersctzcr hat cS ihnen durchverschiedene Anmerkungen, welche größten Theils nichts als kleine An-wendungen auf einige unserer neusten deutschen Hcldcndichtcr enthal-ten, noch brauchbarer gemacht. Sein Verfahren scheint uns übrigenssehr klug, daß er keinen tadelt als die Verfasser des Mcßias undNoah, und sich für die Empfindlichkeit der andern so viel möglich inAcht nimt. Kostet in den Voßischen Buchläden hier und in Pots-dam 18 Gr.

(23. Ang.) Aristoteles Dichtkunst ins Deutsche übersetzt, mitAnmerkungen und besondern Abhandlungen versehen von Mi-chael Conrad Turtius, der Rönigl. deutschen Gesellschaft inSöttingen Mitgliede. Hannover verlcgts Ioh. Chr. Richter1753. in 8v. 1 Alph. 6 Bogen. Unter allen Schriften des Aristote-les sind seine Dichtkunst und Redekunst beynahe die einzigen, welchebis auf unsre Zeiten ihr Ansehen nicht nur behalten haben, sondernnoch fast täglich einen neuen Anwachs desselben gewinnen. Ihr Ver-fasser muß nothwendig ein großer Geist gewesen seyn; man überlege