Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
401
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Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1753. 401

Wider'inds hinzugekommen sind. Auch wird man das Beträchtlichsteaus den Anmerkungen des erster» darimie finden, ob man gleich viel-leicht wünschen wird, daß man ein wenig mehr Prüfung dabey ange-wendet hätte. Hr. Element ist oft in seinen Urtheilen ein wenig zugeschwind, und spricht dann und wann von Büchern, die er nicht ge-sehen hat, eben so zuversichtlich als wenn er sie gesehen hätte. Wirwollen nur ein einziges Exempel anführen: er macht unter andern denIacobus Angelus, wegen seiner Lebensbeschreibung des Cicero zueinem blossen tlebersctzcr des Plutarchs, und setzt ganz freudig hinzu:voila dono un ^.ulvur recluit ü la ocuillilivn «!e l'iiunle 1'rnckuoleui! Wann er auch nur den Titel dieser Lebensbeschreibung gekannthätte, so würde er schon ein bcsscrs ans den Worten, die sich daraufbefinden: ü .laeolio humlaiu eo^noiueulo ./Vugolo nou Iiun ex PIu-taielro oouverta k^i»m iloiuro lorinla. ersehen haben. Herr Wide-kind schreibt ihm dieses, wie fast alles nach, und giebt sich wohl garoft Mühe, wann sein Vorgänger sich übereilt hat, »och eine Ausfluchtfür ihn zn finden; wie es z. E. bey dem Nonnus des p. Abrahamsgeschehen ist, wo man es nicht allein aus dem Titel sieht, dafi er ihnniemals muß gesehen haben, sondern auch aus der falschen Anzahlder Verse, die er uns mit den bestimmtesten Zahlen angicbt. Kostetin den Voßischen Buchläden hier und i» Potsdam 12 Gr.

(1Z. Nov.) G- »L- Leßings Schriften. Erster und ziveyrerTheil. Berlin bey Christ. Fr. Vosi. 1753. in 12mc>. 1 Alph. 3Bogen. Der erste Theil dieser Schriften enthält zwey Bücher Lieder,Fabeln, Sinnschriftcn und Fragmente ernsthafter Gedichte. Diese letz-tern hat der Verfasser seinen Lesern nicht ganz mittheilen wollen, viel-leicht ihnen den Ekel zu ersparen, den er selbst cmvfuudcn hat, wenner um einige wenige schone Stellen gelesen zu haben, zugleich nichtwenig schlechte, und sehr viel mittelmäßige hat lesen müssen. Derzwcvtc Theil bestehet ans Briefen, die man, wenn man will, freund-schaftliche Briefe eines Pedanten nennen tan. Wenn es übrigenswahr ist, daß verschiedene von den in dieser Sammlung enthaltenenStücken, den Beyfall der Kenner, gedruckt oder geschrieben, schon er-halten haben, so kan man vielleicht vermuthen, daß ihnen die Samm-lung selbst nicht zuwider seyn wirb. Kostet in den Voßischen Buchlä-den hier und in Potsdam 16 Gr.

(27. Nov.) />o ^n^ii//c»l >^ii m»?c// ?!v«^en!i /^iteie» e/iLcssings Werke m. 26