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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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die Rente geworden ist, nicht aber, mit welchem Rec.hte sie ent-stand; das heißt so viel, daß sie den historischen Ursprung, nichtaber den rechtlichen erklären würde... Der rechtliche Ursprungder Rente (und dieser ist es gerade, der für die Wissenschaftwichtig ist) kann in nichts anderem hegen als in dem Eigentums-recht, von welchem die Rente die Folge ist... Daraus ergibt sich,daß die so sehr gepriesene Definition Ricardos zu verwerfen unddurch folgende oder eine ähnliche zu ersetzen ist: die Grundrente istjener Reichtum oder Reichtumsanteil, welcher, dem Wirken der demBoden innewohnenden Naturkräfte entsprechend, dem Eigentümerzukommt 17 . Er fährt dann fort:Wenn es gerecht ist, daß der(Grund-)Eigentümer für die gelieferten natürlichen Kräfte eineRente erhält, so ist es nicht weniger gerecht, daß der Kapitalistfür die von ihm beigesteuerten Mittel einen Gewinn erhält . 18 Undendlich: Der (Arbeits-)Lohn istder Anteil, welcher dem Arbeitervon den Früchten der Produktion zukommt, an deren Hervor-bringung er seihst durch seine Arbeit als Ursache teilgenommen hat.Aber der Verfasser weiß nicht nur, daß der Arbeitslohngerechtist: er kennt auch die Höhe desgerechten Arbeitslohnes, die erin einer Auseinandersetzung mit Ricardo wie folgt festsetzt:Wirkönnen feststellen, daß der natürliche Preis der Arbeit jener ist, derfür den Mann unter Berücksichtigung der geringen Beisteuer derFrau (welche fast gänzlich von der Sorge für das Hauswesen in An-spruch genommen ist [! ]) berechnet, für den Unterhalt beider sowiezweier oder dreier Kinder genügt. Das ist die Zahl, die man durch-schnittlich voraussetzen kann, weil die Erfahrung (!) lehrt, daß un-gefähr die Hälfte der zur Welt gebrachten Kinder im zarten Alterstirbt. Nach dieser Erfordernis muß sich der gebräuchliche Lohnrichten... Wenn er ohne Schuld des Arbeiters dieses Maß nicht er-reicht, so entspricht der Lohn nicht den Absichten der Natur, unddie Gleichheit, welche die Gerechtigkeit fordert, wird nicht beob-achtet .. ." 19

17 M. Liberatore, a. a. O. S. 25 ^ 3 .

18 M. Liberatore, a. a. O. S. 261

19 M. Liberatore, a. a. O. S. 267270.