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„richtige“ Wirtschaft gestaltet sich verschieden, je nachdem der Ent-scheid getroffen wird:
daß viele oder wenige Menschen auf einer Bodenfläche leben(oder leben sollen): Deutschland mit 4o und Deutschland mitGo Millionen hat zwei ganz verschiedene Arten zu wirtschaftennötig;
daß eine Beschränkung der Bevölkerung angestrebt wird (oderwerden soll);
daß ein Lebensrecht des einzelnen anerkannt wird (oder werdensoll): die Antwort jenes französischen Ministers auf dieWorte der Arbeiterdeputation: „Mais enfin, il faut que nousvivions“: „Je n’en vois pas la necessite“ deutet auf eine Auf-fassung von der „richtigen“ Wirtschaft, die grundverschiedenist von derjenigen, die die Arbeitslosenunterstützung zu einem„Grundrechte“ erklärt;
daß die Menschen in Wohlhabenheit oder in Dürftigkeit leben(oder leben sollen): wenn wir unser Einkommen auf dieHälfte herabsetzten, könnten wir eine viel anständigere Wirt-schaft haben t als wir sie heute besitzen ;
daß die Menschen in großen Verbänden (Staaten, Reichen) leben(oder leben sollen): ein Volk, das keinen Anspruch auf Macht-geltung erhebt, kann ganz anders wirtschaften als ein solches,das „imperialistische“ Ziele verfolgt;
daß die Menschen in Freiheit leben (leben sollen): auf derGrundlage der Sklaverei baut sich eine andere Wirtschaft aufals auf Grundlage der persönlichen Freiheit aller;
daß die Menschen in Gleichheit leben (leben sollen), sei es dieGleichheit eines Volkes, sei es verschiedener Völker unter-einander: welches andere Gesicht bekommt die „Kolonial-wirtschaft“, je nachdem man die farbigen Völker als gleichbehandelt oder nicht!
Natürlich flattern die Entscheide in diesen und anderen Einzel-fällen, die sich beliebig vermehren ließen, nicht nebeneinanderherum wie aufgescheuchte Vögel in einem Käfig. Vielmehr ist dereine durch den anderen gegeben, und alle finden sich — wenigstens