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nomene der menschlichen Wirtschaft sich aus diesen ihren Elementenaufbauen .“ 60
Man dachte also just wie die „exakten“ Naturforscher: Weg vomMolekel, vom chemischen „Element“ zum Atom und Elektron! Solche„elementaren“ Tatsachen hat man nun auf verschiedenen Wegen zufinden jgeglaubt, und je nach den Wegen, die sie ging, unterscheidetsich die Gruppe der „Subjektivisten“ von der der „Objektivisten“.
Die „Subjektivisten“ haben sich im wesentlichen die Lehrender Assoziationspsychologie zunutze gemacht. Für sie hat Mill dieBegründung ihres Standpunktes gegeben. Er nennt seihst die Natio-nalökonomie „a moral and psychological Science “ 61 und meint damit,daß sie auf den „allgemeinen“ Gesetzen des menschlichen Seelen-lebens aufgebaut werden müsse. Ich habe diese Gedankengänge bereitsdargelegt (siehe Seite noff.) und komme in anderem Zusammen-hänge noch einmal darauf zurück. Ebenso lehrte, wie wir ebenfallsschon feststellen konnten, Wundt, der als den „letzten Grund“ fürdie Geltung aller sozialen „Gesetze“ bezeichnet „die so oft überseheneTatsache, daß alle diese fundamentalen Wirtschaftsgesetze in den all-gemeingültigen, psychischen Eigenschaften der menschlichen Naturihre Quelle haben, was eben darin zum Ausdruck kommt, daß sielediglich Anwendung allgemeinster psychologischer Prinzi-pien sind .“ 62
Auf was diese Elemenlarpsychologen und die ihnen (meist unbe-wußt) folgenden Nationalökonomen stießen, wenn sie in der mensch-lichen Seele nach „einfachen Tatsachen“ Umschau hielten, waren„Empfindungen“, „Triebe“ verschiedener Art. Am frühesten (undam dauerhaftesten) hat der „Eigennutz“, in seiner ökonomischen Aus-prägung des „Strebens nach Reichtum“ (desire of wealth) die Rolleder „einfachen Tatsache“ gespielt. Für die sogenannte klassischeNationalökonomie hat dann auch der von Malthus entdeckte „Fort-pflanzungswille“ eine nicht unerhebliche Bedeutung gewonnen. Eigen-nutz und Fortpflanzungswille sind lange Zeit hindurch die beidenGrundkräfte, die gegeneinander wirken und — die Wirksamkeit