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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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nenten zurückzuführen, die sich in ihm zu einer einheitlichen Ge-samtwirkung verbinden.Ein Beispiel eines solchen Gesetzes ist dassogenannte Malthussche Bevölkerungsgesetz.^)

Das Gesetz der sozialen Relationen bezieht sich auf die Erfah-rung (!), daß jede wichtigere soziale Erscheinung mit anderen gleich-zeitigen Erscheinungen des gesellschaftlichen Lebens in einerWechselbeziehung steht, vermöge deren sie mit diesen zusammen einGanzes bildet, in welchem sich der Gesamtcharakter des allgemeinensozialen Zustandes mehr oder minder deutlich ausprägt. Als Bei-spiel eines solchen Gesetzes führt Wundt das Marxsche Gesetz desMehrwerts (!) an.

Dem Gesetz der sozialen Kontrastwirkung lassen sich alle die-jenigen Vorgänge des sozialen Lebens unterordnen, bei denen be-stimmte Erscheinungen durch ihren Gegensatz zu anderen voran-gegangenen oder gleichzeitigen Erscheinungen gesteigert werden. DieAnlässe sind äußerlich. Die Erklärung des Gegensatzes selbst führtaber auf die allgemeinste Eigenschaft des Gefühlslebens zurück. EincharakteristischesKontrast-Gesetz ist das Gesetz der ökonomischenKrisen (1).

Alle dieseGesetze, das muß noch bemerkt werden, wirkensinn-los wie Naturgesetze, das heißt ohne jeden Bezug auf einen öko-nomischen Sinnzusammenhang.

Es ist hier nicht (und nirgends in diesem Buche) der Ort, dieseDarlegungen im einzelnen kritisch zu würdigen. Sie sind nur inBausch und Bogen als die bedauernswerte Verirrung eines bedeuten-den Geistes abzulehnen und finden ihre summarische Erledigung indem aufbauenden Teile dieser Abhandlung. Worauf es mir an-kommt, ist nur, sie auf den behaupteten Erkenntnisgehalt hin zuprüfen. Und da ist denn nun zu bemerken, daß die ganze Gegenüber-stellung von empirischen und wissenschaftlichen Gesetzen, auf dieja stillschweigend auch die Wundtsche Gesetzeslehre hinausläuft,durchaus abw'egig ist. Jedes Naturgesetz istempirisch, jedesNaturgesetz beruht letzten Endes aufInduktion, aufrealistischerForschung, also auch jeneallgemeinsten Gesetze des mensch-lichen Seelenlebens.