Ursache des Geldeinnehmens, die Vorstellung von diesem dieUrsache der Erbauung des Hauses. Kant hätte ebensogut das Hasen-beispiel Stammlers wählen können: der Schuß aus dem Gewehrist die Ursache des Todes des Hasen, die Vorstellung von diesemTode die Ursache des Gewehrkaufs. Unnütz zu sagen, daß wir es inbeiden Fällen mit einem Nexus finalis zu tun haben, der aber ganzebenso wie der Nexus effectivus die Ursache — Wirkung Kategorieeinschließt.
Hat Stammler mit seinen Ausführungen nichts anderes bezweckt,als die grundverschiedene Bedeutung der Kausalität im Bereiche derNatur und in dem der Kultur hervorzuheben, so ist alles in Ordnung.Nur kann man ihm den Vorwurf nicht ersparen, daß seine Dar-stellung zu Mißverständnissen Anlaß bietet: die Verwendung, dieseine Schüler mit seinen Gedanken gemacht haben, beweist es 60 .
Und nun beginnen wir den Aufbau einer verstehenden National-ökonomie.
Elftes Kapitel
Die Stellung der Nationalökonomie 61 im Kreise derWissenschaften
Welches das Gebiet ist, auf dem die Nationalökonomie, wenn sienicht von allen guten Geistern verlassen ist, ihre Untersuchungenanzustellen hat, wissen wir: siehe das erste Kapitel! Wir haben esdort wenigstens ungefähr abgegrenzt als das Gebiet der Wirtschaftim Sachsinne, das heißt der Unterhaltsfürsorge: die auf die Be-sorgung von Sachgütern gerichtete menschliche Tätigkeit. Damitaber haben -wir auch schon die Möglichkeit gewonnen, den Ort zubestimmen,, wo auf dem Globus intellectualis die Wirtschaftswissen-schaft zu suchen ist. In fortschreitender Verengung des Spielraums
60 Eine Widerlegung des S tammlerschen Standpunkts unternahmen bereitsmit guten Gründen: Max Adler, Kausalität und Teleologie im Kampf um dieWissenschaft. igo 4 . Max Weber, Rudolf Stammlers „Überwindung“ dermaterialistischen Geschichtsauffassung im Archiv für Soz.-Wiss. usw. Bd. 2 4 .Jetzt wieder abgedruckt in dem genannten Sammelbande. Otto Janssen, DasWesen der Gesetzesbildung. 1910. S. 2 58 fT.
61 Wenn ich von jetzt an von Nationalökonomie ohne Zusatz spreche,so meine ich immer die „verstehende“ Nationalökonomie. Auch gebraucheich das Wort gleichbedeutend mit Wirtschaftswissenschaft.