daß er die Frage verneint und daß er als den Quell des .„Wirkensund Schaffens" „die Tat“ erkennt. Das war nun freilich ein Pis -aller des Enricus Faust. Logos durfte er nie und nimmer mit „Tat“übersetzen. Logos ist und bleibt: Wort, Sinn, Geist. Aber demGrübler schwebte schon etwas Richtiges vor. Er hätte seinem Bedenkennur dahin Ausdruck geben müssen, daß er die Alleinherrschaft desLogos bekämpfte: neben ihm waltet mit gleicher Machtvollkommenheitder Eros. Neben Apollo — Dionysos , neben dem Geist die Seele. Obin der „Welt“, mag jeder mit sich ausmachen: es bildet das letzteProblem der Metaphysik. Daß aber die menschliche Kultur ebenso-sehr vom Eros wie vom Logos durchwaltet wird, das wissen wir, dennwir erleben es. Die Kulturzusammenhänge, also auch die wirtschaft-lichen Zusammenhänge, sind ebensosehr Wirkungs- wie Sinnzu-sammenhänge. Denn aus Geist und Seele mit Hilfe körperlicherDinge baut die Kultur sich auf: in der Vitalsphäre spielt sie sich abund lebendige Menschen hat sic als ihre Träger.
Aus lebendigen Menschenseelen und nur aus ihnen sind alleBedeutungsgehalte und Wertgehalte erwachsen und in lebendigeMenschenseelen tauchen sie immer wieder hinein, um hier ihre Kraftwiederzufinden, wie Antäus durch die Berührung mit dem Mutter-boden der Erde. Wollen wir also Kultur, wollen wir Wirtschaft inihrer ganzen Tiefe erkennen, wollen wir sie von Grund aus „ver-stehen“, so werden wir ebenso wie in die Sinnzusammenhänge auchin die Wirkungszusammenhänge eindringen müssen. Wir wollen dochnicht nur wissen, wie etwas ist, sondern gerade auch: warum es ist.Warum steigen die Preise? warum entvölkert sich das Land?warum bilden sich Konzerne? Das heißt mit anderen Worten: wirkönnen der kausal-genetischen Betrachtungsweise nicht entbehren,wenn wir Kulturwissenschaft gründlich treiben wollen. Denn Wir-kungszusammenhangsbetrachtung ist nichts anderes als kausal-gene-tische, das heißt Ursachenforschung.
Dieser Sachverhalt ist so einleuchtend, daß man sich wundern muß,wenn wir ernsthafte Forscher seine Richtigkeit bestreiten sehen. Dastun aber seltsamerweise z. B. Spann und seine Schüler. Spann lehntdie Kategorie der „Ursächlichkeit“ völlig ab. „Im Leben wie in derWirtschaft läuft nichts als ,Agens“, als Materielles, Wirkendes ab —