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compositum), das heißt: sie gründet auf der evidenten Einsicht, daßder Teil kleiner ist als die Summe. Eine erdrückende Fülle der bekann-testen und stolzesten Wirtschaftsgesetze spricht nichts anderes aus alsdiese Wahrheit. Als Beispiele solcher Größengesetze führe ichfolgende an:
das Lohnfondsgesetz: wenn der Fonds, aus dem der Lohnbezahlt wird, eine gegebene Größe ist, kann der Gesamtbetrag derLöhne nicht steigen; wenn an einer Stelle der Lohn steigt, mußer an einer anderen sinken;
die Marxschen Mehrwertgesetze: wenn der vom Arbeiterproduzierte Wert größer ist als der Wert seiner eigenen Arbeits-kraft, entsteht ein Mehrwert; wenn bei gleicher Wertproduktionder Wert der Arbeitskraft sinkt, steigt der Mehrwert; wenn beigleicher Höhe des Wertes der Arbeitskraft der Gesamtwert steigt,steigt der Mehrwert ebenfalls;
die Quantitätstheorie: wenn die Preise abhängig sind vonder Menge des umlaufenden Geldes, so steigen sie, wenn dieWarenmenge dieselbe bleibt und die Geldmenge wächst;
die Verkehrsgesetze: die Absatzfähigkeit eines Gutes wächstim quadratischen Verhältnis zu seiner Transportfähigkeit;
die Ertragsgesetze: wenn das Optimum des Ertrages bei pro-portionalem Verhältnis der einzelnen Produktionsfaktoren erzieltwird, sinkt es, wenn Disproportionalität ein tritt;
die Standortsgesetze in den klassischen Darstellungen beiThünen und Alfred Weber : wenn ein Gut nur zu einem be-stimmten Preise auf dem Markte verkauft werden kann, so dürfendie Produktionskosten einen bestimmten Betrag nicht über-schreiten; da die Transportkosten zu den Produktionskosten ge-hören, so können in einer bestimmten Entfernung vom Markt-orte nur solche Erzeugnisse hergestellt werden, deren Erzeugungs-kosten an Ort und Stelle zuzüglich der Transportkosten nicht höherals der Marktpreis sind; oder: wenn der Preisgewinn, den eineProduktion durch billigere Arbeitslöhne an einem Orte erfährt,größer ist als der Preisverlust durch erhöhte Transportkosten nachjenem Orte, so ist der Standort der Industrie „arbeitsorientiert“;
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