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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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können außerordentlich klärend wirken und haben so gewirkt: vondem Satze an, daß das Ausmaß unseres Reichtums durch den Um-fang der Urproduktion bestimmt wird bis zu der Erkenntnis, daßein Land auf die Dauer nur Tribute zahlen kann, wenn es entwedereine aktive Zahlungsbilanz hat oder Gelder von fremden Völkernaufnimmt. Das sind echte und wichtige Gesetze, denen die Dignitätder Notwendigkeit zukommt.

2. Die wesensmäßige Gesetzmäßigkeit, die zu Strukturge-setzen führt, betrifft die Glied-Ganzes-Beziehung (oXov, totum).

Wir vergegenwärtigen uns folgendes:

Ein Ganzes (ist) in vollem und eigentlichem Sinne ein durch dieniedrigsten Gattungen der ,'Teile bestimmter Zusammenhang. Zujeder sachlichen Einheit, gehört ein Gesetz. Nach den verschiedenenGesetzen, mit anderen Worten: nach den verschiedenen Arten vonInhalten, die als Teile fungieren sollen, bestimmen sich verschiedeneArten von Ganzen.

Die Idee der Einheit oder des Ganzen ist auf die der Fundierungund diese wieder auf die des reinen Gesetzes gegründet . 127

Wir können also von einer wesensmäßigen Gesetzmäßigkeitsprechen, wenn wir die notwendige Verbundenheit bestimmterGlieder mit bestimmtenGanzen wahrnehmen, oder wie ichlieber sagen will: die notwendige Zugehörigkeit einer bestimmten Er-scheinung zu einem bestimmten Sinnzusammenhange, daGanze imBereiche des Geistes immer Sinnzusammenhänge sind. Das Glied-Ganzes-Verhältnis können wir auch als Struktur bezeichnen undkönnen deshalb von Strukturgesetzen sprechen.

Hierher gehören also Feststellungen wie diese: das Gewinnstrebenist ein notwendiger Bestandteil des kapitalistischen Wirtschafts-systems; oder: der Kapitalismus kann sich nicht ausdehnen, ohne dasProletariat zu vermehren; oder: in einer Expansionskonjunktur istdie Hausse die notwendige Voraussetzung des Niedergangs; oder:in jeder Wirtschaft bilden Produktion Transport Verteilung Konsumtion einen notwendigen Kreislauf.

127 Ilusscrl, Logische Untersuchungen a 2 , aSslT. Vgl. Heidegger, Seinund Zeit. a. Aull. 1926. S. 244 -

Kombiwl, Die tlrei >iutionalflkonomion

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