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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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den bestimmten Betrieb, nachweisen. Endlich ist der Preis nochdaraufhin zu untersuchen, in welchen Beziehungszusammenhanger gehört. Dieser überschneidet oft den Markt- und den Betriebs-zusammenhang. Ich denke z. B. an dievielfache Gliedhaftigkeit desOchsen, den Spann uns vorführt 16 . Wir können, zeigt er uns, dieGliedhaftigkeit eines Ochsen gleichzeitig ansetzen: für Pflügen undBodenbearbeitung; für das Verfrachten (als Zugtier); für die Fleisch-erzeugung; die Häuteerzeugung (Gerberei, Ledergewerbe); die Horn-erzeugung; die Arzneierzeugung (dieInnereien als Rohstoffe derArzneimittelgewerbe) u. a.

Bei der Preisbildung lassen sich ferner eine Menge Größenge-setze feststellen, die der mathematischen Gesetzmäßigkeit ent-stammen. Hierhin gehören, wie ich in diesem Buche (siehe S. a54 f.)gezeigt habe, die quantitäts-theoretischen Sätze und die Monopol-preisgesetze. Aber auch die Sätze, die sich über die Wirkung einerErhöhung der Arbeitslöhne auf die Preise aussagen lassen, fernerdiejenigen, die den Einfluß einer Disproportionalität der Produktions-faktoren auf die Preisbildung zum Gegenstände haben (steigendePreise bei abnehmendem Ertrage). Sodann gehören hierher die Sätzeüber den Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und Preisbildung,zwischen Produktivität der Arbeit und Preisbildung, zwischen demUmfang eines Gegenstandes (Maschinen!) und der Preisbildung usw.Über all diese Zusammenhänge habe ich mich ausführlich ausge-sprochen: sieheHochkapitalismus, Seite 54off.

Wenn wir nun noch der dritten Art von Notwendigkeit: der ratio-nalen Gesetzmäßigkeit gedenken, die sich bei der Preisbildung beob-achten läßt, so berühren wir endlich dasjenige Gebiet, auf dem sichdie überkommene Preistheorie fast ausschließlich bewegt hat. Hiergilt es also, in den üblicherweise ausschließlich sogenanntenPreis-

16 Öthm. Spann, Die Lösung der Wert- und Preisfrage aus der Ganzheils-lehre in den Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik. III. Folge. Bd. 70(1929). S. 333 f. Ich knüpfe an diesen Spannschen Ochsen an, um meinen gutenWillen zu zeigen, mit deruniversalistischen Nationalökonomie Fühlung zunehmen, kann aber auch bei dieser letzten Arbeit Spanns mein aufrichtiges Be-dauern darüber nicht unterdrücken, daß uns verstehenden Nalionalökonomen jeneLehre so sehr wenig brauchbare Gedanken liefert. Der richtende Gesichlspuriklverschiebt immer wieder das Bild.