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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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gesetzen unter Annahme irgendeiner Fiktion, wie derNutzkomputa-tion, des Preisausgleichs, des Arbeitsaufwandes oder dgl. Schematafür rationales Handeln anzufertigen. Daß die Anwendung diesesVerfahrens an ganz bestimmte Bedingungein geknüpft ist, vor allemimmer die Verbindung mit einem Sinnzusammenhang zur notwendigenVoraussetzung hat, habe ich bereits hervorgehoben: siehe S. 3oif.Daß sie, angesichts der unüberblickbaren Mannigfaltigkeit der preis-bestimmenden Umstände nur in sehr bescheidenem Umfange mitErfolg gekrönt ist, mag hier noch hinzugefügt werden.

Es gibt nun aber einen Weg, der viel sicherer zum Ziele einerOrdnung des Preischaos führt, als die etwas veraltete Aufstellung vonPreisgesetzen, das ist derjenige, in den der dritte Teil einer um-fassenden Preistheorie mündet, nämlich

(3.) die Ermittlung der Wahrscheinlichkeiten der Preis-bildung. Hier handelt es sich nach dem, was ich im iS. Kapitelunter 3. gesagt habe, um die Herausarbeitung von Tendenzen derPreisbildung, natürlich innerhalb einer bestimmten Wirtschafts-epoche, wie etwa in dem Zeitalter des Frühkapitalismus oder desHochkapitalismus. Als solche Tendenzen habe ich nachgewiesen fürunsere Zeit:

die Tendenz zur Mechanisierung,

die Tendenz zur Schematisierung (Fixierung, Objektivierung),die Tendenz zur Nivellierung (Ausgleichung) nach ihrer

persönlichen,

sachlichen,

räumlichen ,

Seite hin: siehe das 42. Kapitel desHochkapitalismus. Da es sichhier nicht um eine Wiederholung des Inhalts meiner Preistheoriehandelt, sondern nur um die Hervorkehrung ihrer Grundsätze, sowird das Gesagte genügen. Es wird aber auch genügen, üm ersichtlichzu machen, daß die zukünftige Theorie der Wirtschaft auf diesemwie auf allen Gebieten aus den alten Geleisen, in denen sie nunseit 1 5o Jahren fährt, herauskommen muß, um fruchtbare Erkennt-nis zu liefern.

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