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„Science is a collection of truths, art a body of rules or direc-tions for conduct. The Language of Science is: this is or this is not;this does or does not happen. The Language of Art is: do this,avoid that .“ 26
„Science: les disciplines, qui ont pour röle d’expliquer les rela-tions qui lient certains phenomenes homogenes et dans le but pure-ment speculatif d’en facihter la pleine connaissance; Art: lesdisciplines, qui ont pour röle de suggerer des normes, des regles, desmaximes ou, sous quelque nom qu’on les designe, les moyens lesmieux approprißs pour atteindre certains fins.“
„La Science explique et expose; l’art dirige: il impose despreceptes ou il propose des conseils; la pratique execute et dis-pose .“ 27
Science — Indikativ; Art = Imperativ.
Diese Sätze sind so klar, daß wir Deutsche ein leises Mißtrauennicht unterdrücken können: es sei etwas nicht in Ordnung. Unsere„tiefe deutsche Unklarheit“, die nach dem Worte Fichtes unserStolz ist, lehnt sich gegen die romanische Clarte und die englischeSachlichkeit auf. Aber vielleicht kann etwas doch gelegentlich einmalklar und trotzdem richtig sein. Im vorliegenden Falle scheint mir dassogar zuzutreffen. Und wir wollen unsere Bedenken unterdrücken unddie Unterscheidung der verschiedenen Wissenszweige in der Formgelten lassen, wie sie in den oben angeführten Sätzen enthalten ist.
Auf unserem Gebiete sind Kunstlehren seit jeher betrieben worden.Begreiflicherweise fängt die Lehre von der Wirtschaft sogar mitihnen an. Die Haushaltungsbücher und Hausväterbücher sind dieersten Erscheinungen unseres Schrifttums. Wir begegnen ihnen sogarschon im Altertum, als es noch keine Wirtschaftswissenschaft gab:Hesiod! Xenophon ! Scriptores de re rustica! Im Mittelalter kommenHandelslehren hinzu: Pegolotti! Uzzano! Mit dem Erwachen desKapitalismus nehmen die Kunstlehren für alle Gebiete der Wirt-schaft an Zahl zu 28 . Naturgemäß betreffen sie zuerst die einzelne
28 J. St. Mill, Essay on Pol. Econ. p. 124.
27 Luigi Cossa, I. c. pag. 5 o/ 5 i.
28 Siehe meine Übersichten im „Modernen Kapitalismus“. Bd. II. S. 5f)2f6o7f. Bd. III. S. 712Ü, 887!:. Wir besitzen über das Schrifttum auf zwei Ge-