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denen die jeweilige menschliche Wirtschaft verläuft, (Ordnungoder Unordnung, Unfreiheit oder freier Lohnvertrag, Freiheitdes Eigentums auch an den Produktionsmitteln oder nicht unddergleichen); indem man diese verschiedenen Ordnungen unter-scheidet und daneben die zu verschiedenen Zeiten jeweils herr-schenden Wirtschaftsprinzipien, wie ich den Inbegriff allerderjenigen vorherrschenden Motivreihen nenne, die das Wirt-schaftsleben zn einer bestimmten Zeit gestalten; indem manbeispielsweise die zwei großen Perioden alles Wirtschaftslebensunterscheidet, eine Periode, in der das vorherrschende Wirt-schaftsprinzip die Bedarfsdeckung und jene andere Periode, inder das vorherrschende Wirtschaftsprinzip der Erwerbstrieb oderdas Gewinnstreben ist. Prinzip für eine Periodenlehre derWirtschaft muß die Idee eines Wechsels des Mannigfaltigen sein.
Ich muß mich auch in dieser Beziehung mit diesen wenigenAndeutungen begnügen, aus denen Sie jene Unterschiedlichkeitder beiden Sphären, wie ich hoffe, wenigstens aus der Ferneersehen können.
Ich möchte mich nun in dem zweiten Teile meines Vor-trags einer anderen Frage noch zuwenden, deren BeantwortungSie, als Sie auf Grund der Ankündigung des Themas hiererschienen sind, doch wohl am ehesten erwartet haben. Da istnämlich die Frage nach dem Zusammenhang von Technikund Ökonomie, die Frage nach den Beziehungen zwischen denbeiden. Denn darüber kann ja kein Zweifel sein, so wesensver-schieden die beiden Sphären sind, so abhängig voneinander, sogleichsam ineinander verwachsen sind sie doch beide. Mit dieserFrage also wollen wir uns im folgenden noch zu beschäftigen ver-suchen, allerdings vou vornherein gleich mit dem nötigen Maßvon Resignation, meine Herren, denn das Problem, das mitdieser Fragestellung aufgerollt wird, ist der größten und