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nehmers. Mit anderen Worten, man muß sich darüber klarsein, daß wirtschaftliche Vorgänge als Ursache immer nnr dieMotive zweckbewußten Handelns der Menschen haben können.Wir können uns das Wirtschaftliche als einen Teil menschlichenDaseins unter gar keiner anderen Verursachung denken als unterder des lebendigen Menschen. Wenn wir also von einer Ver-ursachung des Wirtschaftlichen durch die Technik sprechen, undwir dürfen das bis zu einem gewissen Grade, so müssen wirnns klar sein, daß es sich um eiue uicht ganz korrekte Aus-drucksweise handelt, sondern daß da gesagt sein soll, es seimöglich und häufig der Fall, daß das Vorhandensein einer be-stimmten Technik, d. h. einer gewissen Masse von technischemWissen und Können Veranlassung werde dafür, daß bestimmtewirtschaftliche Motivreihen sich bilden, daß Menschen sich be-stimmte Wirtschaftszwecke setzen. Daß eine Eisenbahn gebautwird, ist die Wirkung von Menschen, die bestimmte Zweckeverfolgen, also wo sie als Privatunternehmen auftritt, die Wir-kung einer Auzahl von Leuten, die dnrch Herstellung von Eisen-bahnen ein Kapital verwerten wollen. Aber diese Motivreihen,diese bestimmten Triebkräfte sind allerdings erst ausgeschaltet,nachdem die Technik die Möglichkeit der Eisenbahnen geschaffenhat. Im 18. Jahrhundert kouute der Gedanke eines Eiffel-turmes oder eines Panama -Kanals nicht entstehen, weil dieMöglichkeit der technischen Ausführung nicht vorlag. Wirkönnen deshalb diesen Teil unserer Betrachtuugen dahin schließen,daß wir sageu, die Technik einer Zeit ist sehr häufig Veran-lassung für bestimmte ökonomische Handlungen.
Es ist das, meine Herren, keine Spitzfindigkeit, wie Sievielleicht meinen könnten, eines grauen Theoretikers, sondernes ist das eine außerordentlich wichtige Feststellung, die ich ebenunternommen habe, die Feststellung uämlich, daß Technik nie