Die treibenden Kräfie.
genommen zu werden. An allen Ecken und Enden keimen neueUnternehmungen, eine immer gewagter wie die andere, hervor. Essind die lyrisch-dramatischen Zeiten moderner Wirtschaft. Und dieführenden Geister sind die spekulativen Köpfe. Menschen mit Ideen,mit Wagcmnt, ohne allzuviel Skrupel und Bedachtsamkeit. Essind die Zeiten, in denen das Wirtschaftsleben vom französischenGeiste seinen Stempel erhält. Der Elan ist der Grundzug allerwirtschaftlichen Vornahmen. Der Typus derjenigen Männer, diein jenen spekulativen Perioden den Ton angeben, ist Saccard, derHeld in Zolas L'Argent. Wie für so viele Gebiete unseres gesell-schaftlichen Lebens hat der große Schauer in diesem Roman auchfür die Seite wirtschaftlicher Vorgänge, die wir eben betrachten,die klassische, unübertreffliche Schilderung gegeben. Es ist allesStümperei, was die Signatur der großen Hausseperioden desWirtschastSlebens zu charakterisieren unternimmt, verglichen mit derDarstellung Zolas. Man sollte uur immer wieder Zola lesen, umNationalökonomie zu lernen. Wir alle sind ja in dieser Wissen-schaft Dilettanten, wenn wir uns mit ihm zu messen versucheu.
Auf die Haussezeiten folgen die Baisseperioden: auf dielyrisch-dramatische die skeptisch-kritische Gemütsverfassung; auf diefranzösischen die englischen Epochen; auf die spekulativen die kalku-lativeu Zeiten; auf die extensiv-kapitalistische die intensiv-kapita-listische Entwicklung; auf die Expansion die Kontraktion; auf dieFundierung die Konsolidierung; auf die laut jubelnde Verkündigungdie stille Sammlung; auf den Karneval die Fastenzeit; auf dieBrautnacht die Schwangerschaft.
Ökonomisch gesprochen: auf Zeiten mit steigenden Preisen undrasch wachsender Nachfrage kommen solche mit sinkenden Preisenund schwierigem Absatz. Weshalb, brauchen wir hier nicht zuuntersucheu, wo nicht ökonomische Theorie getrieben wird. Esgenügt vielmehr, die Bedeutung dieses Szenenwechsels für die Genesiskapitalistischen Wesens zu begreifen. Und da ist zu bemerken, daßin diesen nüchternen Zeiten dessen zweite Seite recht eigentlich zurEntfaltnng kommt: ich meine die rechnerisch-kaltulative, weshalbich auch diese Perioden mit letzterem Beiwort belegte. JeneZeiten des Überschwangs hinterlassen als Erbschaft einen mächtig