Druckschrift 
Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert / von Werner Sombart
Entstehung
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

94

Die treibenden Kräfte.

dem pyrenäischen Eiseilbahnnetz und der Schweizer West- undZentralbahn; die Kanalisation des Ebro von Saragossa bis zurMündung; die Errichtung der LompaAnis maritims, die Sub-mission der transatlantischen Paketbootlinie und namentlich dieBildung der Gesellschaft der österreichischen Staatsbahnen, derenAktien bald bedeutend in die Höhe gingen und sich trotz derUngunst der Zeit, verhältnismäßig erhielten. Außer der Gründnngder Gesellschaft der Hotels und der Immobilien der Rivoli-straße in Paris , der Patronisierung der West- und Süd- uudder Franz-Josefsbahn, sowie der Gründung der spanischen Kredit-anstalt hat die Gesellschaft im Jahre 1855 allein noch fol-gende Geldoperationen geleitet: Vor allem die Nationalanleihevon 780 Millionen Franken; die Gesellschaft subskribierte imganzen für eigene und fremde Rechnuug 625 Millionen Franken,erhielt jedoch infolge der Reduktion für eigene Rechnung nur1280 920 Franken; sodann den Austausch der Obligationen deralten Gesellschaften, welche sich zu der neuen Gesellschaft der West-bahn fusionierten, gegen die neuen, der Osclit mobilier erwarbselbst 65 000 Obligationen, welche 18 Millionen repräsentierten;die Unterbringung einer Anleihe von 2« Millionen Frankenseitens der Gesellschaft der Eisenbahnen des Südens; Vorschüsseder Aktionäre der Eisenbahnen von Paris-Caen , Paris-Cherbourg,der Ostbahn und anderer Bahnen; die Emission der Prioritäts-anleihe der österreichischen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft, in300 000 Obligationen a 275 Franken geteilt und eine Summevon 82500 000 Franken darstellend. In der Tat: es mutet unsan, als ob wir einen Jahresbericht der Deutschen Bank aus derallerueuesten Zeit leseu!

In Deutschland war dasjenige Institut, das zuerst seiner ganzenAnlage nach dem <üi-66it> modilier am nächsten kam, die 1853 ge-gründete Bank für Handel und Industrie zu Darmstadt , die nochheute mit dem Sitz in Berlin und einem Kapital von 105 Mil-lionen Mark als mächtige Zentrale kapitalistischen Unternehmertumsweiter besteht. Aber die 1850 er Jahre erlebten noch zahlreicheandere Gründungen ähnlicher Art, denen sich reine Bankinstitute ingroßer Menge anschlössen. Das gesamte moderne Bankwesen ist