Rückblick und Ausblick.
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9.0 und 10.0, 9.0 und 9.8, 6.9 und 9.0, 9.7 und 10.5, 8.2und 9.7.
Überall sind es im wesentlichen wiederum dieselben Er-scheinungen, nur abermals dimensional vergrößert, die uns in den1850er und 1870er Jahren entgegentreten. An neueu Formen,die sich der Kapitalismus schafft, um sich auszuleben, hat uns dieAufschwungsperiode die Jndustriekartelle hinterlassen, die freilichschon in der voraufgehenden Epoche sich zu entwickeln begonnenhatten, wenn sie auch in den letzten Jahren erst zu voller Ent-faltung gekommen sind.
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So — damit hätte ich einen ungefähren Überblick über dieEtappen gegeben, in denen der Kapitalismus während des neun-zehnten Jahrhunderts Deutschlands Wirtschaftsleben erobert. VielG'scheidtes weiß der unbefangene Leser damit noch nicht. Es wirdihm vieles einstweilen nur verschwommen vor Augen stehen, wasnun durch die folgende Darstellung erst greifbare^Gestalt au-uehmen soll.
Was wir bisher einigermaßen genan kennen, ist der Ban-meister, der den Bau des neudeutschen Wirtschaftslebens entworfenhat, und ist sein Plan.
Da es in meiner Absicht liegt, das Werden des Baues selber— das Herauswachsen der kapitalistischen Wirtschaft aus der vor-kapitalistische Organisation — zu schildern, den Leser gleichsamerleben zu lassen, so möchte ich ihm jetzt erst, um sein Verständnisfür die Eigenart des neuen Werkes noch mehr zu wecken, zunächsteinmal eine Einsicht verschaffen in die Baumaterialien, mit denendas Gebäude allsgeführt ist. Unbildlich gesprochen: wir wollen dieFrage nach den Bedingungen auswerfen, deren Erfüllung die not-wendige Voraussetzung für das sieghafte Vordringen kapitalistischerWirtschaft war; anders ausgedrückt: wir wollen nach den FaktorenUmschau halten, die außer dem Zweckstreben kapitalistischer Unter-nehmer zusammen wirken mußten, um die Umgestaltung der deutschenVolkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert herbeizuführen. Dabeiwerden wir offenbar ganz von selbst zwei Gesichtspunkte im Auge