D.Einbürgerung d, rationellen Verfahrens objektiviert d. technische Können, i gz
Dieses wird durch die Einbürgerung des rationellen Verfahrensgleichsaiil objektiviert. Wir sahen früher: jedes Knustverfahrenruht iu der Persönlichkeit des „Meisters" eingeschlossen; es lebtmit ihm, es stirbt mit ihm. Nur was der Lernende ihm abgelauschtund abgeschaut hat, das dauert über seinen Tod hinaus, schlägtWurzel abermals iu eiuer Persönlichkeit, um mit dieser wiederumzu Gruude zu gehen. Das rationelle Versahren steht demgegenüberverselbständigt, objektiviert, als eiu für jedermann beliebig faßbaresund erreichbares Wisseil außerhalb jeder ausführeudeu Persönlich-keit. Eiilmal durch Wort und Schrift festgelegt, ist es ein uuvergäug-liches Eigentum aller künftigen Geschlechter. Damit ist es aberin doppelter Hinsicht von der Zufälligkeit des rein Persönlichenbefreit: sofern seinem gänzlichen Verluste vorgebeugt ist, sodannaber es nicht notwendig eines bestimmten, an Ort und Zeit ge-buudeueu Individuums bedarf, um das betreffende Verfahren anzu-wenden: svlauge die gewerbliche Tätigkeit, auch schon die modernekapitalistische Industrie, uoch im Stadium der Empirie sich befand,konnten lieue Industriezweige in einem Lande nur begonnen werden,wenn man Menschen dahin verpflanzte, die das Geheimnis mitsich trugen: die Berufung der Humiliaten-Mönche durch zahlreicheStädte im Mittelalter, die Hereinziehuug brabantischer Tuchmachernach England, italienischer Seidenspinner uud -Weber nach Frank-reich , die ganze Emigrauteupvlitik der Hoheuzollern reden eiuedeutliche Sprache dafür, daß iu damaliger Zeit die technischeKunst noch an den Künstler gebunden war. Dauu bleibt sie eineZeit lang an die Produkte gebunden: dann sorgt ein Land etwadafür, daß bestimmte Maschinen nicht ins Ausland kommen: England im Ailfaug vorigen Jahrhuuderts. Uud heute braucht eine Nationihre jungen Jngenienre und Techniker nur an die deutschen Hoch-schulen zu sendeil, um alle Weisheit im Kern sich zu beliebigerVerweuduug im eigeueu Lande zu verschaffeil. Und wie die Aus-übung und Erhaltung der technischen Kunst durch das rationelleVerfahreil von der Zufälligkeit des Individuelle,! befreit werden,fo in noch viel höherem Maße auch die Vermehrung des technischenKönnens. All Stelle des versuchsweisen Tastens, das, wie wirsahen, aller Empirie eigentümlich ist, tritt beim rationellen Ver-